Defibrillatoren Druckversion

In Deutschland sterben jedes Jahr etwa 100.000 Menschen unvermittelt an einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Schnelle Hilfe in den ersten Minuten kann das Leben der Betroffenen retten! Eine realistische Überlebenschance besteht dann, wenn sofort mit der Herzdruckmassage begonnen wird und ein Defibrillator in den ersten fünf Minuten zum Einsatz kommt. Deswegen ist es wichtig, einen flächendeckenden Zugang zu automatisierten externen Defibrillatoren (AEDs) zu gewährleisten, welche ohne Probleme auch von Laien benutzt werden können. Bei der Defibrillation wird ein elektrischer Schock verwendet, um Herzrhythmusstörungen zu beenden und eine normale Herztätigkeit zu ermöglichen. Aber auch die Durchführung der Herzdruckmassage ist ein wesentlicher  Bestandteil der Wiederbelebungsmaßnahmen.

Was tun Sie, wenn bei Ihnen im Verein ein*e Mitspieler*in auf einmal zusammenbricht? Wann war Ihre letzte Erste-Hilfe-Schulung? Wie lange braucht ein Krankenwagen, um Ihren Verein zu erreichen? Oft ist es lange her, dass man sich mit direkten Hilfsmaßnahmen beschäftigt hat. Ein zusätzliches Problem ist, dass der Krankenwagen zur örtlichen Vereinsanlage häufig zu lange braucht, bis er beim Einsatzort ankommt. Dabei sind die ersten Minuten entscheidend. Erste-Hilfe mit einer frühen Defibrillation rettet Leben. Sie steigert die Überlebenschancen um ein Vielfaches.

Aus diesem Grund hat der Sportbund Rheinhessen gemeinsam mit der Björn Steiger Stiftung und der BKK24 das Projekt „Herzsicher! Sportler:innen retten Leben“ initiiert. Ziel ist es, möglichst viele Menschen für das Thema Herzgesundheit zu sensibilisieren und Mitglieder aus Sportvereinen im Umgang mit AEDs auszubilden. Die geförderten Defibrillatoren sollen als zusätzliche Sicherheit für den Alltag im Sportverein und als entscheidender Unterschied für „den Fall der Fälle“ dienen.

Wie können Vereine von der Förderung „Herzsicher! Sportler:innen retten Leben“ profitieren?

Im Jahre 2022 erhalten 12 rheinhessische Vereine die Möglichkeit, das „All-Inclusive-Paket“ in Anspruch zu nehmen:

  • AED-Gerät inklusive Außenwandkasten oder Wandkasten zur Innenmontage und Infotafel für einen öffentlich zugänglichen Standort
  • Beratung und Betreuung der Umsetzung durch die Björn Steiger Stiftung
  • Schulung von Trainer*innen in Herzdruckmassage
  • Übernahme von Folgekosten für den Austausch der PadPak Kassette (Elektroden-Batterie nach Einsatz bzw. nach Ablauf (4 und 8 Jahre) durch die Björn Steiger Stiftung
  • Nach dem achten Jahr geht der AED in den Besitz des Vereins über

Wie können sich Vereine für die Förderung „Herzsicher! Sportler:innen retten Leben“ bewerben?

Ihre Bewerbung sollte folgende fünf Fragen beantworten:

  • Warum soll genau Ihr Verein einen Defi erhalten, was macht Ihren Verein besonders?
  • Wo würden Sie den AED öffentlich anbringen?
  • Wie schnell wäre der AED im Notfall erreichbar?
  • Wie schnell ist Ihr Verein im Notfall für Rettungsdienste erreichbar?
  • Wie würden Sie Ihre Vereinsmitglieder für das Thema „Herzsicherheit“ zukünftig sensibilisieren?

Was sind die Voraussetzungen für Vereine zur Förderung „Herzsicher! Sportler:innen retten Leben“?

  • Wöchentliche Sichtprüfung am AED-Gerät auf Funktionsfähigkeit
  • Ausbildung von mind. 10 Trainer*innen in der Herzdruckmassage im ersten Jahr
  • Spätestens nach 4 Jahren eine weitere Ausbildung von 10 Trainer*innen (empfohlen alle 2 Jahre)
  • Zahlung des Selbstkostenanteils in Höhe von 300 Euro
  • Abschluss eines Standortvertrages mit der Björn Steiger Stiftung

Wie ist der Ablauf nach Abgabe der Bewerbung zur Förderung „Herzsicher! Sportler:innen retten Leben“?

  • Senden Sie uns Ihre Bewerbung formlos mit Beantwortung der fünf Fragen bis spätestens 31.07.2022 an Frau Ilka Knobloch (i.knobloch@sportbund-rheinhessen.de)
  • Nach Fristende sichtet der Sportbund Rheinhessen die Bewerbungen und wählt alle Bewerbungen aus, welche anschließend im Lostopf landen
  • Pro Sportkreis werden je zwei Vereine für das Jahr 2022 ausgelost
  • Nach der Auslosung werden alle Vereine informiert