„Vereins-Impuls-Fabrik“ für Sportvereine vorgestellt Druckversion

Rund 80 Vereinsvertreter aus den Sportkreisen Mainz-Bingen und der Stadt Mainz durften nach der zweistündigen Sitzung in der Turnhalle der TG Nieder-Ingelheim den Heimweg vollgepackt mit Wissen unter anderem zu Sinn und Zweck des Instituts für Sportstättenentwicklung sowie der kostenlosen „Vereins-Impuls-Fabrik“ antreten. Der Sportbund Rheinhessen hatte die Vereinsdelegierten zu seinem alle zwei Jahre stattfindenden Sportkreistag diesmal in die Rotweinstadt eingeladen.

Praxisnahe Vorträge beim Sportkreistag des Sportbundes Rheinhessen in der TG-Halle in Ingelheim

Rund 80 Vereinsvertreter aus den Sportkreisen Mainz-Bingen und der Stadt Mainz durften nach der zweistündigen Sitzung in der Turnhalle der TG Nieder-Ingelheim den Heimweg vollgepackt mit Wissen unter anderem zu Sinn und Zweck des Instituts für Sportstättenentwicklung sowie der kostenlosen „Vereins-Impuls-Fabrik“ antreten. Der Sportbund Rheinhessen hatte die Vereinsdelegierten zu seinem alle zwei Jahre stattfindenden Sportkreistag diesmal in die Rotweinstadt eingeladen.

Die beiden letztgenannten Themen hob der Sportkreisvorsitzende für Mainz-Bingen, Alexander Berg, besonders hervor. „Es ist unsere Kernaufgabe, die Anträge für Sportstättensanierung als Schnittstelle zwischen Verein um Sportbund mit zu betreuen.“

Alexander Berg 2016

Alexander Berg – Sportkreisvorsitzender Kreis Mainz-Bingen

Das umfangreiche Zuschusswesen, das der Sportbund Rheinhessen seinen Vereinen anbietet, zu kennen und die Sportler entsprechend zu beraten, nannte auch Bergs Mainzer Pendant, Klaus Kuhn. „Viele Anfragen an uns Sportkreisvorsitzende drehen sich um Sportstätten, deren Nutzung und um Fragen rund um die Zuschussmöglichkeiten durch den Sportbund Rheinhessen“, so Kuhn.

Klaus Kuhn - Sportkreisvorsitzender Stadt Mainz

Klaus Kuhn – Sportkreisvorsitzender Stadt Mainz

In eine ähnliche Kerbe schlug Präsident Magnus Schneider mit Blick auf die aktuelle Lage. Nachdem er die internen Umstrukturierungen auf der Geschäftsstelle vorgestellt hatte („Wir haben immer mehr Aufgaben zu bewältigen und versuchen im ersten Schritt, das mit Bordmitteln hinzubekommen“), ging er auch auf die Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand ein. „Hier gibt es Positives aber auch nicht so schöne Entwicklungen“, so Schneider. Für die Vereine freute er sich, dass Baumaßnahmen nun bis 75 000 Euro bezuschusst werden können, auch wenn die dafür zur Verfügung stehenden Geldmittel nicht erhöht wurden. Zuvor waren Zuschüsse lediglich bis zu einer Maximalsumme von 60 000 Euro möglich. Allerdings, so Schneider, gebe es jetzt auch inhaltliche Punkte wie die Forderung mit allen bezuschussten Vereinen und Fachverbänden privatrechtliche Verträge abschließen zu müssen, „damit droht ein deutlich gestiegener bürokratischer Arbeitsaufwand“. In Sachen Finanzen verwies der Präsident des Sportbundes Rheinhessen auf eine relativ zufriedenstellende Situation. Durch das neue Lotto-Gesetz sind diese Einnahmen nun kalkulierbar. „Das hat das Land sehr gut gesetzlich geregelt“, freute sich Schneider. „Wir haben nun hier Planungssicherheit.“

Magnus Schneider - Präsident Sportbund Rheinhessen

Magnus Schneider – Präsident Sportbund Rheinhessen

Die sei auch notwendig, denn unter anderem sei aufgrund der Schuldenbremse verständlicherweise nicht mit höheren Zuwendungen zu rechnen. Das Dilemma: „Es gibt bei uns einen deutlichen Anstieg an qualifizierten Trainern in den Vereinen. Wir schießen mittlerweile für die Übungsleiterbezuschussung Eigenmittel zu, um die
Vereine zu unterstützen“, so Schneider. Die insgesamt vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der höchsten politischen Ebene hob der Präsident hervor: „Wir hatten gerade ein Spitzengespräch und sind im engen und guten Austausch.“

Intensive Gespräche führt in einem anderen Zusammenhang Dr. Herbert Fischer-Drumm. Das stellte er in seinem Impulsvortrag zum Thema „Vereins-Impuls-Fabrik“ heraus. Der Polizei-Psychologe organisiert für den Sportbund Rheinhessen gemeinsam mit Vereinen Vorstandsklausuren, bei denen eine genaue Analyse des jeweiligen
Vereins gemacht wird.

Herbert Fischer Drumm

Herbert Fischer Drumm – Vorstandsklausuren

„Oft kommen die Vereine auf uns zu“, so Dr. Fischer-Drumm, „wenn sie schier unüberwindliche Probleme haben. Vielfach können Vorstandsämter nicht besetzt werden, weil die Leute nicht richtig mitgenommen werden und Zukunftsperspektiven fehlen. Hier finden wir in den allermeisten Fällen eine Lösung.“ Die Vereins-Impuls-Fabriken sind für die Vereine kostenlos, der Sportbund Rheinhessen bietet sie als Dienstleistung im Ressort Vereinsentwicklung allen seinen Vereinen und Fachverbänden an, die Lösungen brauchen oder sich einfach für die Zukunft rüsten wollen. Im Anschluss an Fischer-Drumms Vortrag meldeten sich direkt
drei Vereine für eine solche Klausur an.

„Ein gutes Signal für uns, das bestätigt, dass diese konkrete Hilfestellung von den Vereinen benötigt wird“, so Wolfgang Bärnwick, der das Ressort im Sportbund-Präsidium ehrenamtlich betreut. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis der Sportkreisvorsitzenden hatte der erste Beigeordnete der Stadt Ingelheim die Tagesordnungspunkte „ISE“ und „Vereins-Impuls-Fabrik“ eingebracht.

Interessante Einblicke in die Planung von Sportstätten gab anschließend Sebastian Schneider, der das Institut für Sportstättenentwicklung (ISE) aus Trier vorstellte. Das vor einem Jahr auf Initiative des rheinland-pfälzischen Sports gegründete Institut beschäftigt sich mit der Umfeldanalyse im Zusammenhang mit Modernisierungs- oder Baumaßnahmen von Vereinen. Schneider verwies auf Fragen wie: „Braucht ein Verein alleine einen Kunstrasenplatz oder sollten zwei Vereine ihn nutzen?“ Querdenken sei dabei ebenso gefragt wie unpopuläre Gedankenspiele. Neben Sportvereinen kommen darüber hinaus zunehmend mehr Kommunen auf das ISE zu.

Ein Zentrum für Sportler aller Generationen ist das Sport- und Freizeitzentrum Seibersbach nahe Bad Kreuznach, das der Sportbund Rheinhessen als Ausbildungsstätte für sich und seine Sportler vorhält. Der seit kurzem dafür
zuständige Referent, Stefan Keck, nutzte die Möglichkeit, die Anlage den Vereinen anhand einer kleinen Bildergalerie vorzustellen.

Dem parlamentarischen Teil folgte ein „Markt der Möglichkeiten“, bei dem sich die Vereinsvertreter an verschiedenen Ständen mit den jeweiligen Spezialisten des Sportbundes und den zuvor gehörten Referenten austauschen konnten.