Sonderausschüttung an Vereine – Nachtragshaushalt genehmigt

Einstimmig: Nachtragshaushalt genehmigt – 56 000 Euro zusätzlich für Übungsleiter

Entscheidungen von weitreichender und langfristiger Wirkung standen beim Hauptausschuss des Sportbundes Rheinhessen, erstmals unter Leitung des Präsidenten Helmut Graf von Moltke, auf der Tagesordnung. Der Nachtragshaushalt sorgte für Freude bei den Fachverbänden und unterstützt jeden Verein mit lizenziertem Trainer. Darüber hinaus gab es in der Mainzer Rheinallee positive Voten zur Verlängerung des Versicherungsvertrages und der Satzung für die neu zu gründende Stiftung. Mit Frank Heilemann wurde ein Präsidiumsmitglied kooptiert, er folgt auf den kurzfristig ausgeschiedenen Christoph Pietsch. Diskutiert wurde auch über eine neue Geschäftsstelle, die bei einem Verkauf des „Haus des Sports“ durch den Landessportbund notwendig werden wird.

Im Bericht des Präsidiums erläuterte Präsident von Moltke die Arbeit der vergangenen Monate.

An erster Stelle stand der Wechsel im Präsidium. Christoph Pietsch, bisher zuständig für Kommunikation und Marketing, musste sein Ehrenamt aufgrund eines beruflichen Wechsels aufgeben. An seine Stelle tritt ab sofort Frank Heilemann, Präsident des Skiverbandes Rheinhessen. Ohne Gegenstimme wurde er ins Präsidium kooptiert. Von Moltke erläuterte danach, dass ein richtungweisender Schritt durch ein Gespräch mit dem Minister für Sport und des Innern erwartet worden sei. In dem zweistündigen Gespräch kam es jedoch nicht zu konkreten Ergebnissen. Im Februar sollen die anmoderierten Punkte nun vertieft werden. „Unsere Forderungen nach Anpassungen im finanziellen Bereich haben wir geäußert“, bekräftigte von Moltke. Man werde nicht „geradeaus“ gefahren, wie es das Ministerium meint. Durch Inflation, Kaufkraftverlust und Tariferhöhungen sei ein Delta von 6 Mio. Euro für den rheinland-pfälzischen Sport entstanden. Dies sei sogar noch größer, wenn der Sport zur Kompensation nicht noch Stellen unbesetzt gelassen und eigentlich notwendige Instandhaltungsmaßnahmen zurückgestellt hätte.

Von Moltke betonte weiter, dass der Sportstättenbau jahrelang vernachlässigt worden sei. Und der Gedanke einer Fehlbedarfsfinanzierung sei absolut kontraproduktiv. Im Bund wird die Förderung des Spitzensports deutlich aufgestockt und in RLP will man dem Breitensport und den Vereinen weiter Mittel entziehen, obwohl genau hier die allseits so gelobte Integrations- und Inklusionsarbeit stattfindet. Gerade weil der Sport der größte Integrationsfaktor im Land sei, bedürfe er auch einer verstärkten Förderung. Integrationsarbeit, die die Politik nicht leisten kann, aber von den Vereinen vorbildlich übernommen werde, sei nun auch mal mit Kosten verbunden. Ein komplexes Thema, das die Sportfamilie sehr beschäftigt.

Der Hauptausschuss beschäftigte sich auch mit der Gründung einer Stiftung, die nun in die entscheidende Phase eingetreten ist. Eine entsprechende Satzung verabschiedete die Versammlung mit seinen Vertretern aus allen Fachverbänden einstimmig. Die weiteren notwendigen Schritte können jetzt eingeleitet werden. Einstimmig sprachen sich die Vertreter für eine Verlängerung des Vertrages mit der AachenMünchner-Versicherung aus. Der bestehende Rahmenvertrag wurde nach konstruktiven Gesprächen weiter verbessert. „Seit 70 Jahren sind wir Partner und haben in dieser Zeit immer passgenauer den Versicherungsschutz für unsere Mitglieder ausgearbeitet“, bekräftigte Joachim Friedsam, Geschäftsführer des Sportbundes Rheinhessen. Nachgelegt wurde diesmal unter anderem beim Schutz der Vereine in Datenschutzfragen. Fünf weitere Jahre ist die Partnerschaft damit in trockenen Tüchern.

In den Ausführungen zum Haushalt durfte Ulrike Cohnen weitere gute Nachrichten überbringen. Die Vizepräsidentin Finanzen freute sich, den Vorschlag zur Abstimmung zu geben, dass „es für jeden Übungsleiter zu dem bereits ausgezahlten Zuschuss von 100 Euro weitere 20 Euro geben wird“. Rund 56 000 Euro schüttet der Sportbund an dieser Stelle zusätzlich aus. Weitere rund 20 000 Euro fließen überplanmäßig an die Fachverbände. „Wir haben gut und sehr solide gewirtschaftet. Darüber hinaus freuen wir uns über eine Sonderausschüttung von Lotto, die wir komplett an unsere Vereine und Verbände durchreichen“, so Cohnen. Ein weiterer größerer Posten ist darüber hinaus die Ersatzbeschaffung des in die Jahre gekommenen Geschäftsstellenautos. Rund 30 000 Euro werden dafür veranschlagt.
Präsident von Moltke stimmte die Anwesenden anschließend nochmal auf die Höhepunkte im Jahr 2019 ein. Der Sportbund feiert seinen 70. Geburtstag und wird dies in einigen Veranstaltungen darstellen. Neben dem Landesjugendsportfest im September oder der großen Lehrtagung im März, beides in Mainz, soll es eine Großveranstaltung in Worms geben, bei der der Geburtstag gefeiert werden soll. „Die Rheinhessen Rhein-Spring WM wollen wir gemeinsam mit dem Skiverband Rheinhessen organisieren. Eine Sportwerbung der besonderen Art ist hier geplant“, so der Westhofener.
Werbung in ganz anderer Sache machte von Moltke im Zusammenhang mit dem anstehenden Verkauf des „Haus des Sports“, den dessen Besitzer, der Landessportbund Rheinland-Pfalz, ins Auge gefasst hat. „Wenn wir ausziehen müssen, stellt sich die Frage, wo wir hingehen.“ Bereits öffentlich diskutiert wurde die Idee eines Sportzentrums Mainz, das sich an einen Schulneubau angliedern könnte. Es gebe laut von Moltke aber noch andere Optionen, die zurzeit geprüft werden. „Wir denken im Moment in jede Richtung“, so der Präsident. Auch der Verkauf der Sportschule Seibersbach werde nicht mehr ausgeschlossen.

Zu guter Letzt gab es noch einen Hinweis an die Fachverbände. Wer sich gerne beim Landesjugendsportfest beteiligen möchte, kann noch bis in den Januar hinein die Bewerbung bei der Sportjugend Rheinhessen abgeben. Die Frist wurde verlängert.