Sportstätten sollen offen bleiben und Sportvereine finanzielle Hilfen erhalten

Landessportbund und regionale Sportbünde begrüßen Beschluss der Sportministerkonferenz (SMK)

Der rheinland-pfälzische Sport begrüßt den Beschluss der Sportministerkonferenz (SMK), die ein wichtiges Signal für den organisierten Sport in der Energiekrise sendet, die bisherigen Forderungen nach finanziellen Hilfen für besonders betroffene Betreiber von Sportstätten stärkt und sich deutlich gegen die Schließung von Sportstätten, insbesondere Schwimmbädern, ausspricht. Auch die Beschlussvorlage eines Förderprogrammes für kurzfristig umsetzbare Maßnahmen zur energetischen Sanierung vereinseigener Sportstätten – im Hinblick auf Energieeffizienz und die stärkere Nutzung regenerativer Energien – greift bestehende Forderungen der Sportbünde des Landes Rheinland-Pfalz auf.          

LSB-Präsident Wolfgang Bärnwick betont: „Es ist ein wichtiges und richtiges Signal für den organisierten Sport, dass sich die Sportministerkonferenz (SMK) intensiv mit der Thematik Energiekrise im Kontext der Herausforderungen, mit denen sich die Sportvereine aufgrund der Energiekrise konfrontiert sehen, auseinandergesetzt hat und nun die aus unserer Sicht richtigen Forderungen beschließt.“ Im Grunde greifen die von der SMK gefassten Beschlüsse die kommunizierten Forderungen des organisierten Sports auf. Bereits Anfang Juli hatten der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Landessportbünde auf die bekannte Empfehlung des Deutschen Städtetages, kurzfristig Hallenbäder zu schließen, reagiert und vor einem Energie-Lockdown für den Sport gewarnt.

„Menschen leiden zunehmend unter Bewegungsmangel im Alltag und deren physischen und psychischen Folgen. Wir dürfen die Fehler aus der Corona-Pandemie nicht wiederholen und diese Faktoren durch erneute Schließungen von Hallenbädern und Sporthallen noch weiter verstärken“, sagt LSB-Präsident Wolfgang Bärnwick. Der SMK-Beschluss bestätigt diese Haltung und bewertet die Schließung von Sportstätten als „ultima ratio“.

Der Stufenplan des DOSB zur Reduzierung des Energie- und Gasverbrauchs in Schwimmbädern wird als der richtige Weg angesehen. Vor der Schließung von Sportstätten sind sämtliche mildere Maßnahmen, wie z.B. das Absenken von Temperaturen, zu bevorzugen, so die SMK. Der Sport stellt sich der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe zur Energiereduktion. So fordern LSB und Sportbünde weiterhin alle rheinland-pfälzischen Sportvereine auf, Verantwortung zu übernehmen und möglichst viel Energie einzusparen. Die Empfehlungen zur Energiereduktion von DOSB und den LSBs liefern dazu die Grundlage.

Auch die an den Bund gerichtete Forderung der SMK, bei künftigen Finanzhilfen die Betreiber von Sportstätten und somit auch Sportvereine zu berücksichtigen, entspricht den Appellen des organisierten Sports. „Die rheinland-pfälzischen Sportvereine werden von der aktuellen Krise nach der Pandemie erneut auch finanziell getroffen. Neben Entlastungen für Privatpersonen und Unternehmen bedarf es auch direkter finanzieller Hilfen für gemeinnützige Sportvereine und Kommunen“, sagt Klaus Kuhn, Präsident Sportbund Rheinhessen. „Daher unterstützen wir den SMK-Beschluss und fordern angemessene Entlastungen für die Betreiber von Sportstätten“, so Kuhn weiter.

SMK-Beschluss: Impulse für energetischen Sanierung und Energieeffizienz im Sport

Durch die aktuelle Energiekrise treten neben den kurzfristig steigenden Energiepreisen weitere Herausforderungen für die Betreiber der Sportstätten in den Vordergrund, die zukünftig eine noch stärkere Abkehr von fossilen Energieträgern und eine noch intensivere Nutzung von regenerativen Energien notwendig machen. LSB und regionale Sportbünde begrüßen ausdrücklich die von der SMK geforderte Fortführung des Investitionspakt Sport sowie darüberhinausgehende Impulse für nachhaltige Investitionen und energie- und ressourcensparende Maßnahmen. „Das Ende Juli gestartete Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ kann erst der Anfang sein, wir brauchen weitere Förderprogramme und Investitionsanreize, die sich gezielt an Sportvereine und -verbände richten. Rund 3000 Vereine mit eigenen Sportanlagen sind auf dem Weg hin zur mehr Klimaneutralität ein enormes Potential für das Land und sollten bei einem Dekarbonisierungsprogramm intensiv mit integriert werden“, sagt LSB-Präsident Wolfgang Bärnwick.

Insbesondere im Bereich der Senkung des Verbrauchs an fossilen Energieträgern besteht großer Bedarf. Da viele Sportstätten im Zuge der „Goldenen Pläne“ gebaut und seither nicht mehr großflächig saniert wurden, dominieren bei der Wärmeversorgung vor allem Energieträger wie Ölheizungen, Gasheizungen oder sogar Nachtspeicheröfen. „Die Verwendung von regenerativen Energiequellen zur Wärmeversorgung stellt in den rheinland-pfälzischen Sportvereinen die Ausnahme dar. Das gleiche gilt für die regenerative Energieversorgung durch Photovoltaik-Anlagen. Die unzureichende Gesetzlage zur Finanzierung und zum Betrieb von PV-Anlagen schreckt viele Sportvereine ab, hier muss dringend nachgebessert werden und eine angemessene Unterstützung im Sinne der langfristigen, zuverlässigen und nutzerorientierten Bereitstellung von Sportstätten ermöglicht werden“, sagt Klaus Kuhn, Präsident Sportbund Rheinhessen.

Weitere Informationen zur Thematik Energie-Krise und Sport finden Sie auf der Sonderseite.

Die Beschlüsse der Sportministerkonferenz (SMK) finden Sie hier unter:

Beschluss zur Unterstützung für den organisierten Sport bei der Bewältigung der Energiekrise

Beschluss eines Förderprogrammes für kurzfristig umsetzbare Maßnahmen zur energetischen Sanierung vereinseigener Sportstätten


Schwimmprogramm „Kinder lernen schwimmen“

Damit wieder mehr Kinder in Rheinland-Pfalz schwimmen lernen, starten der Landessportbund Rheinland-Pfalz gemeinsam mit den drei regionalen Sportbünden Rheinland, Rheinhessen und Pfalz ein durch das Sportministerium finanziertes 50.000-Euro-Programm, das die Schwimmausbildung von Kindern erleichtern, Familien und Schwimmvereine finanziell entlasten und auch die Ausbildung zum/zur Schwimm-Trainer*in attraktiver machen soll.

Die Zielgruppe der Förderung sind Vereine, die qualifizierte Schwimmkurse für Kinder und Jugendliche im Alter bis max. 14 Jahren anbieten und/oder ihren Übungsleiter*innen eine Ausbildung zum/r Schwimmlehrer*in ermöglichen wollen.

Ansprechpartnerin: Heike Franke, h.franke@sportbund-rheinhessen.de, 06131 – 2814 202

Förderungen

Die Zielgruppe der Förderung sind Vereine, die qualifizierte Schwimmkurse für Kinder und Jugendliche im Alter bis max. 14 Jahren anbieten und/oder ihren Übungsleiter*innen eine Ausbildung zum/r Schwimmlehrer*in ermöglichen wollen. Und NEU: Vereine, die Bäderkosten in Form von Badmieten im Förderzeitraum vorweisen können.

Gefördert wird durch drei Bausteine:

  • Baustein 1: Es werden qualifizierte Schwimmkurse eines Vereins (auch Ferien-Schwimmkurse) mit einem pauschalen Betrag gefördert.
  • Baustein 2: Es werden bis zu 50 % der Lehrgangsgebühr zur Ausbildung von Schwimmlehrer*innen (Trainer*in-Grundausbildung C-Breitensport Schwimmen mit dem Profil Kinder und Jugendliche oder Trainerassistent*innen) übernommen.
  • NEU: Baustein 3: Es können Bäderkosten, insbesondere für Kinder- und Jugendschwimmen, in Form von Badmieten gefördert werden, die für den Schwimmsport der Vereine anfallen.

Die Zuschusshöhe 

  • Baustein 1: beträgt bei einer Mindestdauer von 300 Minuten 50,00 Euro pro Teilnehmer*in.
  • Baustein 2: Bis zu 50% der Lehrgangsgebühr pro Teilnehmer*in eines Vereins.
  • NEU: Baustein 3: Baustein 3 hat insgesamt eine Fördersumme von 20.000,00 Euro zur Verfügung. Diese wird je nach vorliegendem Antragsvolumen prozentual auf die antragsstellenden Vereine verteilt.

Die Förderhöhe pro Verein beträgt je nach Antragslage max. 1.500,00 Euro und kann sich aus allen Bausteinen (1, 2 und 3) zusammensetzen.

Förderzeitraum ist vom 01.05.2022 bis 31.12.2022.

Förderkriterien
  • Durchführung eines qualifizierten Schwimmkurs-Angebots, welches mindestens 300 Minuten umfasst und von qualifizierten Kursleiter*innen durchgeführt wird.
  • Es können Maßnahmen im Zeitraum vom 01.05. bis 31.12. gefördert werden. Die Bewilligung erfolgt nach der Reihenfolge der Antragseingänge und im Rahmen der Gesamtprojektsumme in Höhe von 100.000 Euro (Baustein 1+2).
  • Der Zugang für sozial Schwächere sollte gewährleistet sein (z.B. durch eine Reduzierung oder teilweise Rückerstattung der Kursgebühren).
  • Abgabe einer entsprechenden Ausschreibung, die geplante Anzahl der Kurse, die geplante Zahl der Teilnehmer*innen und eines abschließenden Sachberichtes.
  • NEU: Die in Baustein 3 geförderten Bäderkosten in Form von Badmieten müssen im Rahmen eines Vereinsangebots zum Ausüben des Schwimmsports angefallen sein.
Förderfähige Kosten

Förderfähige Kosten

  • Baustein 1 wird mit einer Pauschale gefördert. In dieser pauschalen Förderung sind Kosten für Bädernutzung, Trainerhonorare und Materialbedarfe enthalten.
  • Baustein 2 deckt 50% der Lehrgangsgebühr der Schwimmlehrer*innen-Ausbildung.
  • Baustein 3 fördert Bäderkosten, insbesondere für Kinder- und Jugendschwimmen, in Form von Badmieten. Eventuelle von Kommunen erstattete Beträge sind von den Kosten abzuziehen. Vereine, die ein eigenes Bad betreiben, legen bei der Berechnung der Kosten für Wasserzeiten des eigenen Trainingsbetriebs die Mietgebühr für Drittnutzer zu Grunde.

Förderausschluss

  • Für den Baustein 3: Kosten für andere Angebote der Vereine wie z.B. Wassergymnastik, Wasserball etc., bei welchen nicht primär das Ausüben von Schwimmen im Zentrum steht.
Ablauf

Antrag

  1. Laden Sie das Antragsformular hier oder bei ihrem zuständigen Sportbund herunter, füllen Sie die Felder aus und setzen ihre Unterschrift darunter.
  2. Senden Sie den Antrag mit der Ausschreibung der Schwimmkurse an den zuständigen regionalen Sportbund.
  3. Nach erfolgreicher Prüfung des Antrages erhält der Antragssteller eine Bewilligung.
  4. Achtung: Die Bewilligung erfolgt nach der Reihenfolge der Antragseingänge und im Rahmen der Gesamtprojektsumme in Höhe von 100.000 Euro (Baustein 1+2). Für Baustein 3 steht insgesamt eine Fördersumme von 20.000,00 Euro zur Verfügung. Diese wird je nach vorliegendem Antragsvolumen prozentual auf die antragsstellenden Vereine verteilt.

Auszahlung & Abrechnung

  1. Reichen Sie nach entsprechender Bewilligung einen Sachbericht ein. Dieser muss unterschrieben bis spätestens 14 Tage nach Beendigung der Maßnahme, spätestens jedoch bis 30.11.2022 beim zuständigen regionalen Sportbund vorliegen. Die zu erwartenden Bäderkosten für den Monat Dezember 2022 müssen realistisch geschätzt werden.
    Sollte zwischen der geschätzten und tatsächlichen Antragssumme ein gravierender Unterschied bestehen, ist dies dem jeweiligen Sportbund spätestens zum 31.01.2023 mitzuteilen. Zu viel gezahlte Förderungen können zurückgefordert werden.
  2. Nach der Prüfung erfolgt im Anschluss auf Basis des Sachberichts und der sich hieraus tatsächlich ergebenden Fördersumme die Auszahlung.
  3. Entsprechende Projektunterlagen (wie z.B. Originalrechnungen, Ausschreibungen oder Teilnehmerlisten, etc.) sind durch den Verein aufzubewahren.
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