28. CoBeLVO in Rheinland-Pfalz

Ab heute, 24. November 2021 gilt in RLP die 28. CoBeLVO, was eine flächendeckende 2G Regelung für den Innenbereich mit sich bringt. Das bisherige Warnstufensystem wird abgelöst. Stattdessen ist nach der 28. CoBeLVO nunmehr allein die landesweite „7-Tage- Hospitalisierungs-Inzidenz“ Maßstab für die jeweiligen Regelungen.

  • Ü3: flächendeckend 2G
  • Ü6: 2G Plus
  • Ü9: Bundesländer können die Kontakte beschränken und einen Lockdown verhängen

Als den Genesenen und Geimpften gleichgestellten Personen zählen:

  • Minderjährige bis zum Alter von 12 Jahren und drei Monaten
  • Personen, welche sich aus medizinischen Gründen nicht gegen das Coronavirus impfen lassen können. Schüler*innen zählen nun nicht mehr als den Geimpften und Genesenen gleichgestellte Personen

Sportbetrieb im Innenbereich:

  • Für den Sport im Innenbereich gilt die 2G-Regel. Es dürfen also nur noch Geimpfte und Genesene am Sportbetrieb (innen) teilnehmen. Ausnahmen gelten für Kinder und Jugendliche. Bis einschließlich 11 Jahre sind die Kinder weiterhin den Geimpften und Genesen gleichgestellt. Kinder und Jugendliche von 12 – 17 Jahre können mit einem tagesaktuellem Test am Sportbetrieb teilnehmen. Es gilt ein offizieller Test aus dem Testzentrum oder ein unter Aufsicht kontrollierter Selbsttest vor Ort.
  • Übungsleiter*innen, die ehrenamtlich bzw. im Rahmen des Übungsleiterfreibetrages tätig sind, fallen ebenfalls unter die 2G Regel. Hauptberufliche Übungsleiter*innen fallen unter die Regelungen des Arbeitsplatzes. Für diese Personen gilt somit die 3G-Regel.

Veranstaltungen im Innenbereich:

  • Für Veranstaltungen im Innenbereich gilt ebenfalls die 2G-Regel. Dies hat insbesondere Einfluss auf eventuell anstehende Mitgliederversammlungen. Bisher war den nicht immunisierten Mitgliedern der Zugang mittels eines negativen Testergebnisses möglich. Aufgrund dieser Regelungen empfehlen wir eine Verschiebung der Mitgliederversammlung oder empfehlen eine Durchführung als Online-Veranstaltung. Die gesetzlichen Übergangsregeln lassen dies auch bei anstehenden Wahlen zu. Vorstände bleiben bis 31.08.2022 im Amt.
  • Minderjährige dürfen an der Veranstaltung teilnehmen, sofern sie einen tagesaktuellen negativen Test vorweisen
  • Die Maskenpflicht entfällt bei festen Sitzplätzen sowie beim Verzehr von Speisen und Getränken.
  • Die Pflicht zur Kontakterfassung bleibt bestehen.
  • Der Veranstalter ist verpflichtet ein Hygienekonzept vorzuhalten.

Veranstaltungen im Außenbereich:

  • Bei festen Sitzplätzen sowie Einlasskontrollen gelten die Regeln wie bei Veranstaltungen im Innenbereich.
  • Bei Veranstaltungen ohne festen Sitzplatz gilt die Maskenpflicht, sofern der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Für den Verzehr von Speisen und Getränken entfällt die Maskenpflicht.

Hier finden Sie die 28. CoBeLVO.

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.

 


Sport-Obelisk für Jürgen Blaschke 

Handballer wird vom Innenminister ausgezeichnet

Im Handballverband Rheinhessen ist Jürgen Blaschke ein bekannter Name. Seit mehr als 17 Jahren ist er als Vorsitzender des Ehrenausschusses dafür verantwortlich, Auszeichnungen für verdiente Sportler und Funktionäre zu beschließen und durchzuführen. Diesmal gehörte Jürgen Blaschke selbst zu einem erlauchten Kreis von Geehrten. Am 26. Oktober wurde ihm von Innenminister Roger Lewentz der Sport-Obelisk verliehen. Zu den ersten Gratulanten gehörte der Präsident des Sportbunds Rheinhessen, Klaus Kuhn, der schon in den 1970er Jahren gemeinsam mit Blaschke beim Weisenauer Ruderverein Handball spielte und später auch als Präsident des Handballverbands dessen Wegbegleiter war. „Herzlichen Glückwunsch, mein Freund. Jürgen Blaschke hat sich nahezu sein ganzes Leben lang für den Handballsport eingesetzt. Er ist ein Vollblut-Ehrenamtler und immer ein bescheidener, ehrlicher Mensch geblieben, der diese Auszeichnung wahrlich verdient hat.“

Von 1965 bis 1974 war Jürgen Blaschke, den seine Freunde nur „Charly“ nennen, als aktiver Spieler beim TSV 1860 Mainz am Ball. In dieser Zeit engagierte er sich beim TSV auch als Turnwart und Leichtathletikwart und war von 1970 bis 1972 sogar Erster Vorsitzender. Nach zwei Jahren, in denen er mit Kuhn beim Weisenauer Ruderverein auf der Kreisläufer-Position konkurrierte, blieb er nach dem Ende seiner aktiven Handballer-Karriere bis 1986 bei der SG Weisenau. Im Anschluss wechselte er zum HC Gonsenheim, dem er bis heute treu geblieben ist. Zwischen 1971 und 1998 war Blaschke als Schiedsrichter aktiv und pfiff dabei bis zur Regionalliga. Als Schiedsrichter-Beobachter reichte seine Karriere zwischen 1981 und 2001 sogar bis in die Bundesliga.

Für den Handballverband Rheinhessen war der Dokumentar lange Jahre als Männer-Spielwart und Vorsitzender der Technischen Kommission tätig. Von 1993 bis 2001 war er Zweiter Vorsitzender des Verbands, dem er seit 2004 als Vorsitzender des Ehrenausschusses weiter die Treue hält. Beim Südwestdeutschen Handballverband bekleidete Blaschke von 1984 bis 2010 das Amt des Vize-Präsidenten. Im Anschluss wurde er in beiden Handballverbänden zum Ehrenmitglied ernannt. Nach der Auflösung des SWHV (2011) war er in der neu gegründeten 3. Liga noch bis 2016 als Zeitnehmer und Sekretär im Einsatz – eine Funktion, die er bereits seit 1981 ausübte. Auch für den Deutschen Handballbund engagierte er sich zwei Jahre (1986 bis 1988) als Vize-Präsident.

Neben dem Handball interessiert sich Jürgen Blaschke sehr für die Schifffahrt und das Reisen über die Weltmeere. Über die Jahre hat er sich umfangreiches Wissen über die großen Ozeanliner angeeignet. Für sein breit gefächertes ehrenamtliches Engagement wurde er im Handballverband Rheinhessen, im Südwestdeutschen Handballverband und ebenso im Sportbund Rheinhessen mit sämtlichen Ehrennadeln bedacht. Auch der Deutsche Handballbund zeichnete ihn mit der Goldenen Ehrennadel aus und der Landessportbund Rheinland-Pfalz mit der Ehrenplakette in Silber. Als langjähriger Sportabzeichenprüfer besitzt er auch Ehrennadeln des Leichtathletikverbands Rheinhessen (Bronze) und der DLRG (Gold). Im Alter von 78 Jahren wurde ihm nun die besondere Ehrung des Innenministers zuteil, der Jürgen Blaschke für seinen jahrzehntelangen Einsatz zum Wohle des Sports würdigte.

Der Sport-Obelisk ist eine spezielle Auszeichnung des Landes Rheinland-Pfalz, mit dem der Minister des Inneren und für Sport herausragende Persönlichkeiten ehrt, die sich über einen langen Zeitraum von mindestens 20 Jahren besondere Verdienste um den Sport erworben haben. Der Sport-Obelisk besteht aus einer rechteckigen, spitz zulaufenden und etwa 30 cm hohen, Säule aus weißem Marmor, die mit einem stilisierten bronzenen Lorbeerkranz umgürtet ist. Sie steht auf einer auswechselbaren Bronzeplatte mit der Widmung des jeweiligen Amtsinhabers. Bei der nur einmal im Jahr stattfindenden Verleihung werden maximal fünf Personen aus Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

 

 


Sportplakette für zwei Rheinhessen 

Speerwerfer Julian Weber und Alfred Knab vom Handballverband werden von Ministerpräsidentin ausgezeichnet

Foto: C.Palm

Einmal im Jahr verleiht Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Sportplakette des Landes Rheinland-Pfalz für hervorragende Leistungen und besondere Verdienste im Sport. Bei der Feierstunde am 25. Oktober gehörten auch ein besonders erfolgreicher Sportler und ein langjähriger Funktionär aus Rheinhessen zu den Geehrten des Jahres 2021: Weltklasse-Speerwerfer Julian Weber und Handball-Funktionär Alfred Knab.

Julian Weber verpasste bei den Olympischen Spielen in Tokio nur um 14 Zentimeter die Bronze-Medaille und belegte mit der Weite von 85,30 Meter den vierten Platz. Der mittlerweile in Berlin lebende 27-jährige Sportsoldat und Student startet noch immer für den USC Mainz, wo er unter Trainer Stephan Kallenberg zum Weltklasse-Speerwerfer gereift war. Nach seinem Erfolg in Braunschweig Anfang Juni reiste er als Deutscher Meister nach Japan, wo er sich nach den vielen Verletzungssorgen der vergangenen Jahre aber keine Top-Platzierung ausrechnete. Umso schöner, dass es mit persönlicher Jahresbestleistung doch klappte. Und die knapp verpasste Medaille konnte seine Freude über Platz vier nicht trüben. Im Gegenteil: Seine Leistungssteigerung nimmt Weber als Ansporn für die großen Wettkämpfe des nächsten Jahres, wenn in den USA die Weltmeisterschaften und in München die Europameisterschaften auf dem Programm stehen. Einmal konnte Weber bereits bei einem solchen Saisonhöhepunkt internationales Edelmetall einheimsen: 2019 gewann er EM-Silber. Bei der WM im gleichen Jahr belegte er Rang sechs. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro hatte er ebenfalls schon das Finale erreicht, in dem er als als Neunter nach drei Versuchen aber die Segel streichen musste. Zuvor war er im Jahr 2013 U-20-Europameister und 2014 Deutscher U-23-Meister geworden. Auch bei den Herren war er 2014 schon als DM-Zweiter positiv aufgefallen. 2016 und 2019 wurde er weitere zweimal Deutscher Vizemeister, ehe er dieses Jahr erstmals den DM-Titel gewinnen konnte.

Zum Speerwerfen war Julian Weber erst im Alter von 16 Jahren gekommen, als er spaßeshalber beim Werfertag in Saulheim mitmachte und die Konkurrenz direkt um rund zehn Meter übertraf. Zuvor hatte er sich durch seine Wurfgewalt bereits einen Namen als Handballer gemacht – mit der SG Saulheim spielte er in der Jugend-Regionalliga. „Julian war sehr talentiert und hätte sicherlich auch als Handballer seinen Weg gemacht“, weiß der Präsident des Sportbundes Rheinhessen, Klaus Kuhn. „Ich freue mich, dass er nach seiner langen Verletzungspause 2017/18 den Weg zurück in die Weltspitze gefunden hat. Als Deutscher Meister und zweimaliger Olympia-Finalist ist er ein Aushängeschild des rheinhessischen Sports, weshalb er auch mehrfach als Juror bei den Sternen des Sports mitgewirkt hat.“

Als Präsident des Handballverbandes Rheinhessen hat Kuhn auch lange Jahre mit Alfred Knab zusammengearbeitet, dem er ebenfalls herzlich zur Auszeichnung gratulierte. „Alfred Knab ist seit Jahrzehnten ein wichtiger und verlässlicher Mitarbeiter für den Handball-Verband. In den vergangenen Jahren war er hauptverantwortlich für die Digitalisierung der Verbandsarbeit, wobei er diese Leistung nicht nur für den HVR, sondern auch als Geschäftsführer für die gemeinsame Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar erbracht hat. Durch seine Fachkenntnisse und den enorm hohen Arbeitseinsatz hat er dem Verband hohe Kosten erspart und dafür gesorgt, dass die vom Deutschen Handballbund eingeforderte Digitalisierung fristgerecht und fachmännisch umgesetzt wurde.“

Knab kam als Zehnjähriger beim TV Bodenheim zum Handball, wo er als Torwart von 1964 bis 1994 aktiv war. In seinem Heimatverein sammelte er in den Funktionen als Schriftführer und Spielwart auch erste Erfahrung in der Vorstandsarbeit. Daneben engagierte er sich von 1986 bis 2014 als Schiedsrichter und pfiff bis zur Oberliga. Seine erste Tätigkeit im Handballverband Rheinhessen übernahm er 1990 als Staffelleiter, ein Jahr später übernahm er die Funktion des Männerspielwarts. Von 1993 bis 2010 war er Vorsitzender der technischen Kommission und führt seitdem das Amt des Vize-Präsidenten Spieltechnik. Zwischendurch übernahm er kommissarisch für ein halbes Jahr das Amt des Frauenwarts und für zweieinhalb Jahre den Vorsitz des Jugendausschusses. Seit 2001 leitet Alfred Knab die Geschäftsstelle der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, für die er bis 2007 auch sechs Jahre Vorsitzender des Spielausschusses war.

Für seinen ehrenamtlichen Einsatz wurde Alfred Knab bereits mit der Goldenen Ehrennadel des Handballverbands Rheinhessen, mit den Silbernen Ehrennadeln Sportbundes Rheinhessen, des Deutschen Handballbundes und des Südwestdeutschen Handballverbands sowie mit der Ehrenplakette in Silber des Landessportbunds Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Zu dieser langen Liste von Auszeichnungen gesellt sich nun die Sportplakette des Landes Rheinland-Pfalz, die er an der Seite von Julian Weber bei einer Feierstunde in der Staatskanzlei in Empfang nahm.

Die Sportplakette besteht aus einer kreisrunden Medaille in Bronzeguss. Sie hat einen Durchmesser von 10 cm und zeigt auf der Vorderseite das Bild eines Sportlers mit einer brennenden Fackel in der Hand. Die Vorderseite trägt außerdem die Aufschrift „Der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz“ mit einer Abbildung des Landeswappens. Auf der Rückseite zeigt sie einen stilisierten Lorbeerzweig und die Widmung „Für hervorragende Verdienste um den Sport“.


26. CoBeLVO – Gesetzliche Übergangsregelung verlängert

Die 26. Corona Bekämpfungsverordnung wurde bis zum 07. November ohne Änderungen für den Sport verlängert. Ebenfalls verlängert wurden die gesetzlichen Übergangsregelungen zum Thema Mitgliederversammlungen.

Bei nicht erfolgter Neuwahl bleiben die Vorstände bis zum 31.08.2022 (galt zuvor bis 31.12.2021) im Amt, möglich bleibt bis zu diesem Zeitpunkt auch die Durchführung von Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen auf digtialem Weg. Grundsätzlich kann nach diesen Regelungen auch die Mitgliederversammlung ins kommende Jahr verschoben werden. Allerdings ist dies nur möglich, wenn die aktuellen Vorgaben die Durchführung einer Mitgliederversammlung nicht zulassen. Dies dürfte auf die meisten Vereine derzeit nicht zutreffen, da die Vorgaben für Veranstaltungen, die auch für die Mitgliederversammlungen gelten, in der aktuellen Verordnung so gestaltet sind, dass Mitgliederversammlungen stattfinden können.

Für digitale Mitgliederversammlungen bieten wir mit teambits eine Lösung Wahlen rechtssicher und datenschutzkonform durchführen zu können.


Die RLP-Sportfamilie hält zusammen – Spenden für Flutopfer

Die rheinland-pfälzische Sportfamilie steht in dieser schwierigen Zeit zusammen. In Gedanken sind wir bei den zahlreichen Menschen, die nach dem verheerenden Hochwasser insbesondere in den Landkreisen Ahrweiler, Trier-Saarburg, Eifelkreis Bitburg-Prüm und der Vulkaneifel sowie in Bernkastel-Wittlich, Mayen-Koblenz und der Stadt Trier alles verloren haben.

Spenden für Flutopfer:

Auch Vereine können für die Flutopfer spenden, aus gemeinnützigkeitsrechtlicher Sicht sind hier einige Dinge zu beachten. Spenden aus dem Vereinsvermögen sind möglich:

  1. an andere gemeinnützige Organisationen, z.B. DRK oder auch direkt an betroffene gemeinnützige Vereine
  2. an Kommunen oder das Land Rheinland-Pfalz die entsprechende Spendenkonten eingerichtet haben.

Spenden an andere Institutionen (z.B. Banken) oder Initiativen sind nicht möglich.

Möglich ist auch ein Spendenaufruf an die Mitglieder. Der Verein kann diese Spenden sammeln und an eine der beiden aufgeführten Möglichkeiten weiterspenden. Spendenquittungen können für diese Spenden allerdings nicht ausgestellt werden, da die Spenden nicht direkt dem Verein zu Gute kommen, sondern weitergeleitet werden. Nicht möglich ist es, direkt an betroffene Privatpersonen zu spenden. Hier können Vereine lediglich eine Aufruf starten, dass Vereinsmitglieder direkt an die betroffenen Personen spenden. Eine Abwicklung einer solchen Spendenaktion über die Vereinskonten ist nicht möglich.

Spendenaktionen der Sportvereine

DOSB-Soforthilfe für Hochwassergeschädigte

Pressemeldung LSB RLP – Die Sportfamilie steht zusammen

Pressemeldung LSB RLP – Schnelle Hilfe für hochwassergeschädigte Vereine

 

 


Sportbünde in RLP kritisieren 19. Corona-Bekämpfungsverordnung

Foto: M. Heinze

Minimalforderungen der Sportbünde Rheinhessen, Rheinland und Pfalz sowie des LSB RLP finden erneut kaum Beachtung / Landesregierung verschärft bundesrechtliche Regelungen auf Kosten des Sports

Dass die Minimalforderungen des organisierten Sports in der 19. Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes erneut kaum Beachtung finden und die Landesregierung bundesrechtliche Regelungen auf Kosten des Sports verschärft, sehen der Sportbund Rheinhessen, Rheinland und Pfalz sowie der Landessportbund Rheinland-Pfalz (LSB) sehr kritisch. Die Politik müsse endlich eine Perspektive für den Vereinssport liefern, die der Pandemie angemessen ist.

Vor einer Woche war die Erleichterung in den rheinland-pfälzischen Sportbünden, dass im Bundesgesetzgebungsverfahren Verbesserungen für den Sport erzielt werden konnten und diese als Grundlage für weitere Öffnung in der 19. Corona-Bekämpfungsverordnung wirken könnten, groß. Zumal auch der eindringliche Appell und der offene Brief mit den Minimalforderungen des Sports den Weg in die Staatskanzlei und zum Gesundheitsministerium – das für die Ausarbeitung der länderspezifischen Corona-Bekämpfungsverordnung verantwortlich ist – fanden. Leider sind wesentliche Teile der Minimalforderungen bei der jetzt veröffentlichten 19. CoBeLVO nicht berücksichtigt worden – und dies trotz guter und weitestgehend einvernehmlicher Gespräche und Auffassungen mit dem für den Sport zuständigen Innenministerium. Zudem hat die Landesregierung die Regelungen der Bundes-Notbremse im Bereich der gedeckten Sportanlagen bei einer Inzidenz über 100 nicht übernommen. Entgegen des Gesetzestextes und Art. 31 Grundgesetz (GG) („Bundesrecht bricht Landesrecht“) verschärft die Landesregierung die Möglichkeit der Sportausübung im Innenbereich – was die rheinland-pfälzischen Sportbünde zu deutlicher Kritik veranlasst.

„Das Festhalten an strengeren Regeln im Bereich der gedeckten Sportanlagen sowie die Nichtbeachtung unserer kommunizierten Minimalforderung im Zuge der Gestaltung der 19. Corona-Bekämpfungsverordnung sind für uns nicht nachvollziehbar“, sagt LSB-Präsident Wolfgang Bärnwick. „Insbesondere die strengere Ausrichtung der 19. CoBeLVO in Rheinland-Pfalz gegenüber der sogenannten Bundes-Notbremse ist für den Sport nicht hinnehmbar“, so Bärnwick weiter. Schließlich soll das Bundesgesetz die Einheitlichkeit der Regelungen gewährleisten. Der strengere rheinland-pfälzische Sonderweg für den Sport tut mit Blick auf die anderen Bundesländer zum wiederholten Mal besonders weh. So ist Individualsport – zum Beispiel das Tennisspielen – in der Halle erst erlaubt, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liegt. Auch die wiederholte Missachtung der Minimalforderung aus dem Sport – der Sportbund Rheinhessen, Rheinland und Pfalz sowie der LSB fordern seit mehreren Wochen die Zulässigkeit sportlicher Betätigung kleiner, aber altersunabhängiger Gruppen im Freien – ist nicht nachvollziehbar. Der weiterhin nicht aufgenommene Hinweis im Bereich des Mannschaftssports und der abgelehnte Ansatz, diesen in individualisierten und in kontaktfreien Bewegungsaufgaben zuzulassen, verärgert den organisierten Sport ebenfalls.

Laut 19. Corona-Bekämpfungsverordnung ist die kontaktlose Ausübung von Individualsportarten im Freien in kleinen Gruppen bis maximal zehn Personen zuzüglich einer Trainerin oder eines Trainers erst bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 zulässig. Über dem Schwellenwert 50 ist lediglich kontaktloser Individualsport alleine, zu zweit oder mit Personen eines weiteren Hausstands – maximal jedoch fünf Personen – im Freien erlaubt. Gegenüber der bundesrechtlichen Regelung ab 100 bringt die 19. CoBeLVO damit kaum Öffnungen für Landkreise und/oder kreisfreie Städte, die unter einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 liegen. Mit der Altersbeschränkung für Gruppensport bis einschließlich 14 Jahre werden gerade in den Mannschaftssportarten Trainingsgruppen voneinander getrennt. Im Bereich der C-Jugend dürfen die 14-Jährigen trainieren – die 15-Jährigen aber nicht. Infektiologisch ist dies nicht begründbar. Gerade im Freien ist Sport ohne Infektionsrisiko möglich. Das wird aus dem Bereich der Wissenschaft, zuletzt durch den gemeinsamen Appell zahlreicher Aerosolforscher*innen, immer wieder betont. Die Experten um Dr. Gerhard Scheuch hatten bekräftigt, dass Infektionen nicht draußen, sondern zu 99,9 Prozent in Innenräumen stattfinden. Zudem ist bekannt, dass regelmäßiger Sport die Immunfunktion fördert und der Verlauf einer schwereren Infektionskrankheit dadurch extrem sinkt. Die politisch Verantwortlichen ignorieren damit auch die teils dramatischen Aussagen von Ärzten hinsichtlich der prognostizierten Auswirkungen der Bewegungslosigkeit von Kindern auf deren langfristige physische wie psychische Entwicklung. „Die Vereine tun alles dafür, um den Vereinssport wieder zu aktivieren. Sie haben Hygienekonzepte entwickelt und ihre Angebote nach draußen verlegt. Wenn die Ansteckungsgefahr im Freien nachgewiesenermaßen verschwindend gering ist, muss es den Vereinen auch wieder gestattet sein, Trainingseinheiten im Freien abzuhalten“, sagt Klaus Kuhn, Präsident des Sportbundes Rheinhessen.

Vereinssport unter Anleitung nicht mit Begegnungen im öffentlichen Raum vergleichbar

Sport im Verein findet unter Anleitung bzw. Aufsicht und mit klar definierten Regeln und ausgearbeiteten Hygienekonzepten statt. Die knapp 6.000 Sportvereine in den Sportbünden haben bereits mehrfach bewiesen, dass sie Schutzmaßnahmen einhalten und Übungsleiter*innen gewissenhaft Pflichten wie die Kontaktdatenerfassung ihrer Übungsgruppen umsetzen. Der organisierte Vereinssport kann nicht mit den (freien) Begegnungen im öffentlichen Raum verglichen werden, sondern mit organisierten Kontakten – vergleichbar mit den Kontakten in Schule, Büro oder Geschäften. „Eine Gleichstellung von Vereinssport und unorganisierten Zusammenkünften im öffentlichen Raum können wir nicht akzeptieren“, so Thorsten Richter. „Die Menschen können sich überall im Land freiwillig testen lassen. Wenn ein Schüler morgens in der Schule negativ getestet wurde, muss er doch abends auch in seinem Verein Sport machen können. Mit Tests und in kleinen Gruppen unter Einhaltung entsprechender Hygienemaßnahmen sollte der Sport im Verein möglich sein.“ Bei den Möglichkeiten der Sportausübung wird auch in der 19.CoBeLVO der Fokus auf die Individualsportarten gelegt. Nach Ansicht des organisierten Sports dürfen Mannschaftssportarten aber nicht durch ihren Namen bzw. die normalerweise üblichen Trainingsmethoden ausgeschlossen werden. Entscheidend ist die Form der Ausübung des Sports, bei der die Abstandsregel eingehalten werden kann. So müssen individualisierte und in kontaktfreie Bewegungsaufgaben veränderte Mannschaftssportarten erlaubt sein. So etwa das Torwarttraining oder Flankentraining im Fußball. In den Begründungen zur 19.CoBeLVO ist immerhin die Möglichkeit beschrieben, dass auf einer Sportanlage auch mehrere Gruppen trainieren dürfen. Es ist von einem „größeren Sicherheitsabstand“ die Rede. Was dies genau bedeutet und auch weitere offene Detailfragen der Verordnung werden der Sportbund Rheinhessen und die Kolleg*innen der anderen Sportbünde sowie des LSB zeitnah mit dem Innenministerium klären.

„Wir können nicht nachvollziehen, warum den Empfehlungen der Wissenschaftler und auch des organisierten Sports nicht gefolgt wird. Wir müssen schnell umdenken, wenn wir nicht noch stärker die Gesundheit der Menschen gefährden wollen. Noch restriktiver entgegen dem Rat von Experten zu sein, ist aus unserer Sicht nicht der richtige Weg. Wir müssen wieder Bewegung in das Leben der Menschen bringen“, appelliert Klaus Kuhn.


Erste Lockerungen – Sportvereine in Rheinhessen können wieder aktiv werden

Achten Sie auf die Inszidenzwerte Ihres Kreises und die damit verbundenen Regelungen!

Achtung: Aufgrund der steigenden Infektionszahlen kann der vierte Öffnungsschritt (ab 22. März) im Bereich Sport nicht erfolgen!

Es geht wieder los: Die 7-Tage-Inzidenz in Rheinland-Pfalz liegt derzeit konstant unter 50. Die Politik nimmt das zum Anlass, die mit dem Sport ausgearbeiteten Lockerungsschritte zuzulassen, worüber sich insbesondere die Sportvereine in Rheinhessen freuen. Unter Einhaltung bestimmter Vorgaben darf unter freiem Himmel wieder in kleinen Gruppen – Erwachsene bis 10 Personen ohne, Kinder bis 14 Jahre mit Kontakt – trainiert werden.

Als Voraussetzung für solche Trainingseinheiten muss der Verein ein Hygienekonzept vorlegen und einen Hygienebeauftragten ernennen, der die Einhaltung dieses Konzepts überwacht. Darüber hinaus sollten sich Vereine mit ihren Kommunen besprechen, ob es eine Regelung für ihren Bereich gibt oder Ausführungsbestimmungen vorliegen. Neben der weiterhin erforderlichen Einhaltung der AHA-Regeln müssen auch Anwesenheitslisten für jede Zusammenkunft geführt werden. Der Sportbund Rheinhessen weist darauf hin, dass er speziell zu diesem Zweck den Vereinen die digitale Lösung „Inscribe“ zur Verfügung stellt. Alle Vereine in Rheinhessen können Inscribe kostenfrei nutzen und erhalten damit eine wesentliche Erleichterung bei der vorgeschriebenen Erfassung der Kontaktdaten und der Registrierung der Anwesenheit. Digitale Unterstützung durch den Sportbund erhalten die Vereine auch bei der Durchführung von virtuellen Zusammenkünften wie Mitgliederversammlungen oder Vorstandssitzungen. Hierzu steht ihnen die Online-Plattform „teambits“ zur Verfügung. Hier finden Sie nähere Informationen zu Inscribe und teambits.

Für Trainingseinheiten im Freien gilt derzeit die maximale Gruppengröße von zehn Personen plus einen Übungsleiter. In der Altersgruppe bis 14 Jahren darf die Gruppe 20 Kinder umfassen und es darf auch wettkampfähnliche Trainingsformen geben – mit Kontakt. Der Übungsleiter muss vor jedem Training eine Sicherheitsabfrage durchführen zwecks Ausschluss einer möglichen Infektion. Personen mit Symptomen einer Atemwegserkrankung sind von der Trainingseinheit auszuschließen. Zuschauer sind nur bei Minderjährigen zugelassen, wenn es sich um Verwandte ersten und zweiten Grades handelt. Das Betreten und Verlassen der Sportanlage hat zeitnah zur Trainingseinheit zu erfolgen und es muss dabei ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Gemeinschaftliche Zusammenkünfte vor oder nach dem Training sind zu unterlassen, Umkleide- und Duschbereiche bleiben geschlossen. Weiterhin ist darauf zu achten, dass Toiletten nur einzeln benutzt werden.

Sollte die 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen wieder über 50 steigen, dürfen nur noch Kinder bis 14 Jahren in Gruppen trainieren. Darüber hinaus ist dann nur noch Individualsport mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten zugelassen. Umso mehr mahnt Thorsten Richter, die Vorgaben und Hygienekonzepte einzuhalten, damit die Lockerungen nicht bald wieder rückgängig gemacht werden müssen.

„Bleiben Sie bitte vorsichtig und beschränken sie die Kontakte trotz Lockerung auf ein Minimum. Wir alle freuen uns, dass wir wieder aktiv sein dürfen. Doch der Sport soll unserer Gesundheit nützen und sie nicht gefährden. warnt der Geschäftsführer des Sportbundes Rheinhessen. „Wenn wir mithelfen, die Infektionszahlen weiter niedrig zu halten, kann vielleicht bald der nächste Öffnungsschritt erfolgen.“ Und davon würden dann auch die Sportvereine durch die mögliche Ausweitung ihres Angebots wieder profitieren.

 

3. Öffnungsschritt (ab 8. März)

7-Tages-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen:

  • kontaktfreier Sport im Außenbereich (einzeln; kleine Gruppen bis max. 10 Personen und zusätzlich ein*e Trainer*in)

7-Tages-Inzidenz von zwischen 50 und 100 Neuinfektionen:

  • kontaktfreier Sport im Außenbereich (max. 5 Personen aus 2 Haushalten; Trainingsgruppen mit bis zu 20 Personen bis max. 14 Jahren und einem Trainer/ einer Trainerin)

Das normale Training und Wettkampfsport bleiben weiterhin bis zum 28. März 2021 untersagt.

Zuschauer*innen sind bisher nicht zugelassen, ausgenommen davon sind Verwandte ersten und zweiten Grades bei der sportlichen Betätigung Minderjähriger.

Weiter geschlossen bleiben Fitnessstudios, Schwimmbäder, Tanzschulen und Hallensport im Allgemeinen.

Im Außenbereich ermöglicht die neue Corona-Bekämpfungsverordnung kontaktfreies Training sowohl einzeln, als auch in kleinen Gruppen bis max. 10 Personen und zusätzlich ein*e Trainer*in.

Sport in Gruppen ist in Trainingsgruppen mit bis zu 20 Personen bis max. 14 Jahren und einem Trainer/ einer Trainerin erlaubt.

4. Öffnungsschritt (ab 22. März)

Achtung! Aufgrund der steigenden Infektionszahlen kann der vierte Öffnungsschritt im Bereich Sport nicht erfolgen! 


7-Tages-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen:

  • kontaktfreier Sport im Innenbereich
  • Kontaktsport im Außenbereich

7-Tages-Inzidenz von zwischen 50 und 100 Neuinfektionen:

  • kontaktfreier Sport im Innenbereich (nur mit tagesaktuellen COVID-19-Schnell-/ Selbsttest erlaubt)
  • Kontaktsport im Außenbereich (nur mit tagesaktuellen COVID-19-Schnell-/ Selbsttest erlaubt)
5. Öffnungsschritt (frühestens ab 5. April)

7-Tages-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen:

  • Kontaktsport im Innenbereich

7-Tages-Inzidenz von zwischen 50 und 100 Neuinfektionen:

  • kontaktfreier Sport im Innenbereich (ohne tagesaktuellen COVID-19-Schnell-/ Selbsttest erlaubt)
  • Kontaktsport im Außenbereich (ohne tagesaktuellen COVID-19-Schnell-/ Selbsttest erlaubt)

Steigt die 7-Tages-Inzidenz auf über 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner treten für den Sport wieder die Beschränkungen von vor dem 7. März in Kraft.

Über weitere Öffnungsschritte beraten die Bundeskanzlerin und Regierungschefs und Regierungschefinnen am 22. März.

Die aktuelle Corona-Bekämpfungsverordnung findet ihr hier.


Rheinland-Pfalz ist INklusiv im Sport

Die Steuerungsgruppe Inklusion – bestehend aus Landessportbund RLP, Behinderten- und Rehabilitationssportverband RLP, Special Olympics RLP und Gehörlosen Sportverband RLP – veranstaltet von 11.11. – 17.11.2019 eine Themenwoche, in der sich alles um den inklusiven Sport dreht. Weitere Info’s hier…