Sportbund Rheinhessen trauert um Bernhard Graffe 

Fußball-Funktionär aus Münster-Sarmsheim verstarb im Alter von 82 Jahren
 

Er verbrachte sein ganzes Leben im gleichen Ort und im gleichen Verein. Der SV Blau-Weiß 1918 Münster-Sarmsheim war die sportliche Heimat von Bernhard Graffe, der 1954 im Alter von 14 Jahren dem SV beitrat. Fortan bestimmte für Jahrzehnte der Fußball den Lebensrhythmus des engagierten Schiedsrichters und Funktionärs, der für seinen Einsatz mit der Verdienstmedaille des Landes-Rheinland-Pfalz ausgezeichnet wurde. Nach schwerer Krankheit lebte Graffe zuletzt im Hospiz in Simmern, wo er am 28. Februar verstarb. 

1957 machte Graffe den Schiedsrichterschein, der 40 Jahre lang dafür sorgte, dass es ihm an den Wochenenden nicht langweilig wurde. Oft leitete er samstags zwei Jugendspiele und sonntags noch ein Match der Aktiven. Er pfiff bis zur Oberliga, in Zeiten als diese die zweithöchste Spielklasse darstellte. Seine Karriere als Funktionär startete er 1972, als er beim Kreistag des Fußballkreises Bingen in den Kreisvorstand gewählt wurde. Vom Beisitzer ging es Schritt für Schritt aufwärts, bis er 1986 das Amt des Kreisvorsitzenden übernahm, das er ganze 22 Jahre bekleidete. Nach seinem Ausscheiden 2008 wurde er zum Ehrenvorsitzenden des Fußballkreises ernannt. 

Nach zwölf Jahren als Beisitzer im Bezirksvorstand arbeitete Graffe von 1998 bis 2012 auch 14 Jahre als Vorsitzender des Fußballbezirks Rheinhessen. In dieser Zeit war er zudem im Vorstand des Südwestdeutschen Fußballverbands tätig. Als Futsal-Verantwortlicher war er Mitglied im Verbandsspielausschuss sowie im Verbandsausschuss Breiten- und Freizeitsport. Zudem war er nun auch Vorsitzender des Bezirksgerichts, nachdem er schon seit 1972 dem Kreisgericht im Kreis Bingen vorsaß. Nebenbei engagierte er sich in all den Jahren sowohl auf Kreis- als auch auf Bezirksebene als Klassenleiter.  

Für sein außerordentliches Engagement erhielt Graffe zahlreiche Ehrungen, darunter die DFB-Verdienstnadel, die Goldstandarte des Südwestdeutschen Fußballverbands, die Ehrenplakette des Landessportbunds in Silber und die Ehrengabe des Innenministers von Rheinland-Pfalz. Als Vertreter des Fachverbands Fußball war er ab 1998 auch im Hauptausschuss des Sportbunds Rheinhessen aktiv, der ihn 2005 mit der Goldenen Ehrennadel auszeichnete. „Bernhard Graffe war ein Mann mit klaren Prinzipien. Er stand zu seinem Wort und war immer ein verlässlicher Partner“, charakterisiert ihn der Geschäftsführer des Sportbunds Rheinhessen, Thorsten Richter. Auch SBR-Präsident Klaus Kuhn findet lobende Worte: „Mit Bernhard Graffe verliert der Sport und vor allem der Fußball einen Vorzeige-Funktionär, an den man sich immer wenden konnte. Wir trauern mit seiner Familie und werden ihm ein ehrenvolles Gedenken bewahren.“