Stellungnahme des Sportbundes Rheinhessen zum Offenen Brief der Gesellschaft für Aerosolforschung

Die Vertreter des Sports wünschen sich schon seit einiger Zeit, dass sportliche Betätigung im Freien wieder erlaubt wird – maßvoll, dauerhaft und mit schlüssigen, notwendigen Hygienevorschriften. Vorausgesetzt, es gibt die wissenschaftliche Grundlage dafür, dass dies ohne größere Gefahr für die Bevölkerung ist und nicht zum Corona-Infektionsherd führt. Unterstützung erhalten sie nun durch den Offenen Brief der Gesellschaft für Aerosolforschung. In diesem heben die Unterzeichner als Konsens der Wissenschaft hervor: „Die Übertragung der SARS-CoV-2 Viren findet fast ausnahmslos in Innenräumen statt. Übertragungen im Freien sind äußerst selten und führen nie zu ‚Clusterinfektionen, wie das in Innenräumen zu beobachten ist.“ Die von der Politik getroffenen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung vermittelten den Eindruck, draußen sei es gefährlich, unterstreichen die Wissenschaftler, um diesem Meinungsbild sogleich zu widersprechen. In ihren Augen ist es wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Ansteckungsgefahr im Freien äußerst gering ist und durch geeignete Schutzmaßnahmen wie die bekannten AHA-Regeln nahezu auf null reduziert werden kann.

Angesichts dieser Aussagen hochrangiger Wissenschaftler sieht sich der Sportbund Rheinhessen bestärkt, im Sinne seiner Vereine und Verbände eine Öffnung für den Sport im Freien zu fordern. „Die Vereine tun alles dafür, um wieder losgelassen zu werden. Sie haben Hygienekonzepte entwickelt und ihre Angebote nach draußen verlegt. Wenn die Ansteckungsgefahr im Freien nachgewiesenermaßen verschwindend gering ist, muss es den Vereinen auch wieder gestattet sein, draußen Trainingseinheiten abzuhalten“, fordert Klaus Kuhn, Präsident des Sportbundes Rheinhessen. Geschäftsführer Thorsten Richter möchte den Sport eingebunden in allgemeine Vorgänge sehen. „Die Menschen können sich überall im Land freiwillig testen lassen. Wenn ein Schüler morgens in der Schule negativ getestet wurde, muss er doch abends auch in seinem Verein Sport machen können. Mit Tests und in kleinen Gruppen sollte unter Einhaltung entsprechender Hygienemaßnahmen unter freiem Himmel Sport unter Anleitung eines Trainers wieder erlaubt werden.“ Morgens dürfen die Schüler in geschlossenen Räumen zusammensitzen, nachmittags nicht im Freien gemeinsam Sport treiben. Beides könne doch im Zusammenhang gesehen werden – negativer Test morgens sollte Sport in kleinen Gruppen am Abend ermöglichen.

„Aus unserer Sicht ist es dabei wichtig, dass abends dann ein Übungsleiter eine Gruppe betreut und führt. So stellen die Vereine sicher, dass ihre Hygienekonzepte eingehalten werden“, so Richter.

Abgesehen davon, dass viele Vereine ums nackte Überleben kämpfen, gilt es auch festzuhalten, dass die gesundheitsfördernden Auswirkungen des Sports zu oft vernachlässigt werden. „Den Menschen fehlt die Bewegung, was sich in ihrer psychischen wie auch physischen Verfassung niederschlägt. Gerade die Kinder und Jugendlichen können sich nur schwer motivieren, alleine sportlich aktiv zu sein. Sie brauchen die Gemeinschaft in der Gruppe“, berichtet Kuhn von den Erfahrungen die vielerorts an der Basis gemacht werden. In der Breite können es nur die Vereine gewährleisten, den negativen Folgen mangelnder Bewegung vorzubeugen und so breite Bevölkerungsschichten vor der weiteren Verschlechterung ihres Gesundheitszustands zu bewahren.