Sportbund-Präsident Klaus Kuhn steht in einem Interview Rede und Antwort zur außerordentlichen Mitgliederversammlung

Mitglieder des Sportbunds Rheinhessen sollen entscheiden, wo die Reise hingeht 

Der Sportbund Rheinhessen (SBR) hat für den 13. Dezember zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung geladen. Der nötig gewordene Umzug der Geschäftsstelle und eine geplante Satzungsreform stehen zur Debatte. Sportbund-Präsident Klaus Kuhn steht vorab in einem Interview Rede und Antwort zu den Hintergründen. 

Der Sportbund Rheinhessen sucht ein neues Zuhause. Was steckt dahinter und welche Optionen stehen zur Auswahl? 

Derzeit sind wir in der Mainzer Rheinallee Untermieter des Landessportbundes. Doch das „Haus des Sports“ ist sanierungsbedürftig und wird verkauft. Der Landessportbund wird in Mainz in der Nähe des Europakreisels neu bauen und wir hätten die Möglichkeit, dort mit einzuziehen. Allerdings müssen wir dabei berücksichtigen, dass wir demnächst mit der Sportschule Seibersbach unser Trainings- und Ausbildungszentrum abstoßen wollen und dafür einen Ersatz benötigen. Das Präsidium des Sportbundes hat deshalb nach Alternativen gesucht, bei denen wir geeignete Sportstätten für unsere Ausbildungsmaßnahmen vorfinden und eine solche in Ingelheim gefunden. Hier entsteht fast zeitgleich ein Sportpark mit einem Haus der Vereine, in das wir unsere neue Geschäftsstelle integrieren könnten. Andere Lösungen, die wir überlegt hatten, sind noch deutlich weiter von einer Umsetzung entfernt wie in Ingelheim der Sportpark. 

Welche Lösung bevorzugt das Sportbund-Präsidium? 

Für uns stellt sich die Frage, wo wir unsere Kernaufgaben künftig am besten erfüllen können? In Ingelheim entsteht rund um die bereits bestehende Sportanlage im Blumengarten ein Sportpark mit Laufbahn, Bolzplatz, Tagungsräumen und weiteren Angeboten. Im Zentrum der Planung steht ein neues Haus der Vereine mit Lagerflächen für den Sport. Bereits vorhanden sind ein Rasensportplatz mit Laufbahn und Sprunggrube sowie ein Kunstrasenplatz, ein Kleinspielfeld und Beachvolleyball-Felder. In die Stadion-Tribüne sind Lager- und Sanitärräume integriert und in direkter Nachbarschaft ist ein Freibad mit Gastronomie. Wenn wir nach Ingelheim ziehen und im Haus der Vereine unsere neue Geschäftsstelle einrichten, können wir die benachbarten Sportstätten für unsere Trainings- und Ausbildungsmaßnahmen nutzen – ein klarer Vorteil gegenüber dem Standort Mainz.  

Das hört sich so an, als wäre der Umzug mit dem LSB keine wirkliche Alternative. 

Das Präsidium des Sportbundes Rheinhessen hat sich klar positioniert und eine räumliche Trennung vom LSB beschlossen. Ein entscheidendes Argument ist die Sichtbarkeit im organisierten Sport, die dem Sportbund Rheinhessen bislang fehlt. Vier starke Sportbünde helfen dem organisierten Sport mehr, zu diesem Entschluss kamen wir im Präsidium. Es stärkt unsere Position gegenüber Partnern, Politik und der Öffentlichkeit im Sinne unserer Vereine und Fachverbände. Ganz pragmatisch gilt außerdem: Finanziell ist es uns nicht möglich, den Umzug in eine neue Geschäftsstelle – ob in Miete oder Selbstbau – zu realisieren und nebenbei auch noch die Sanierung der Sportschule Seibersbach zu stemmen. Wir haben in Mainz aber keine Sportanlagen in näherer Umgebung und müssten dann weiter nach einem Ersatz für die Sportschule suchen. Während wir in Ingelheim selbst bauen könnten, müssten wir in Mainz Miete zahlen, deren Höhe sich am stark gestiegenen Mainzer Mietspiegel orientieren würde. Das Präsidium des Sportbunds Rheinhessen empfiehlt ganz klar einen Umzug nach Ingelheim. Wir haben die außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, um dort einen Grundsatzbeschluss dafür zu fassen. Die Vertreter der Fachverbände und Vereine werden mit ihrem Votum darüber entscheiden, in welche Richtung wir unsere Planungen vorantreiben.  

Das wird durchaus kontrovers diskutiert… 

Das ist richtig, gut so und gewollt. Wir wollen überzeugen und möglichst viele mitnehmen mit unseren Argumenten. Aufgrund der Dringlichkeit und der Kürze der Zeit ist das nicht ganz einfach. Wir spüren natürlich, dass der Sport am Ende doch oft sehr politisch gelebt wird. Viele Einzelinteressen und auch einige sehr auf sich zugeschnittene Meinungen prägen in Teilen die Diskussion. Das erfordert viele Termine, Gespräche und Abstimmungen. Am Ende muss unser Präsidium Vorlagen liefern, die vieles berücksichtigen. Deshalb sind alle Regionen im Präsidium vertreten und auch die Sportkreisvorsitzenden eingebunden. Wir sind ein Dachverband für fast 270 000 Mitglieder in rund 890 Vereinen, die in 60 Fachverbänden organisiert sind. Unsere Geschäftsprozesse und Kernaufgaben müssen sichergestellt sein, dann können wir bestmöglich für alle arbeiten. Das glauben wir durch unsere tägliche Erfahrung in Haupt- und Ehrenamt sehr gut bewerten zu können und mit unserem Weg sicherzustellen. Darum geht es uns bei dem Umzug. Der Grundsatzbeschlussantrag dafür liegt auf dem Tisch.  

Der zweite wichtige Punkt auf der Tagesordnung der außerordentlichen Mitgliederversammlung ist eine angestrebte Reform der Sportbund-Satzung. Um was genau geht es dabei? 

Wir wollen die ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder des Präsidiums entlasten und dem Hauptamt mehr Verantwortung übertragen. Mit diesem Schritt wollen wir die Kompetenzen unserer Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle besser nutzen und das Ehrenamt aus der Haftung nehmen.  

Wie weit ist die Reform bereits vorangeschritten? 

Der Entwurf einer neuen Satzung ist vollständig ausgearbeitet und wurde auch schon rechtlich geprüft. Wir werden unsere Mitglieder über den Stand der Dinge in Kenntnis setzen und am 13. Dezember offene Fragen diskutieren. Die endgültige Fassung wird dann in der ordentlichen Mitgliederversammlung am 11. Juni 2022 zur Abstimmung vorgelegt und hoffentlich auch beschlossen. 

 

 


Außerordentliche Mitgliederversammlung – FAQ’s und Test-Termine

Am Montag, 13. Dezember 2021 werden richtungsweisende Entscheidungen für den Sportbund Rheinhessen getroffen. Ziel ist es, transparent und offen zu kommunizieren, was das Präsidium einstimmig für den besten Weg für einen modernen Sportbund ansieht. Das Präsidium, als von Ihnen gewähltes Organ, hat eine Vorentscheidung getroffen, möchte sich aber nicht ohne Ihre Zustimmung auf den weiteren Weg begeben. Wir möchten den besten Weg für den Sportbund Rheinhessen einschlagen – mit möglichst vielen Perspektiven bestückt, aber immer unter dem Blickwinkel Ihren Dachverband stark, sichtbar und zukunftssicher zu entwickeln. Deshalb sind wir froh für jede Frage und jede Anregung, die uns hilft, an Dinge zu denken, die man alleine vielleicht nicht sieht.

Ziel ist es, möglichst viele Argumente aufzuzeigen, warum wir diesen Weg gehen möchten. Nutzen Sie den Teilhabeprozess und unterstützen Sie so unsere außerordentliche Mitgliederversammlung, damit alle bestmöglich informiert ein Votum abgeben können.

Bei Fragen stehen wir Ihnen somit jederzeit per E-Mail an mitgliederversammlung@sportbund-rheinhessen.de oder telefonisch unter der 06131-2814 206 gerne zur Verfügung. Alternativ können Sie Ihre Fragen auch über unser Online-Fragetool eingeben.

Hier können Sie die FAQ’s zur außerordentlichen Mitgliederversammlung entsprechend im Detail nachlesen.

 

Termine für Vereine und Verbände

Die Zugangsdaten zu den entsprechenden Terminen werden spätestens zwei Tage vor Veranstaltung per E-Mail versendet.

01.12.2021 – 18 Uhr          Test-Termin für Vereine und Verbände (Zoom & teambits)

07.12.2021 – 18 Uhr          Test-Termin für Vereine und Verbände (Zoom & teambits)

13.12.2021 – 19 Uhr          Außerordentliche Mitgliederversammlung

 

Video-Anleitung für Zoom:

Hier finden Sie eine deutschsprachige Basis-Einführung in Zoom, die hilfreich ist, wenn Sie das erste Mal mit Zoom arbeiten oder technische Fragen offen sind.

Hier finden Sie die Datenschutzerklärung für Zoom und Teambits im Rahmen unserer Mitgliederversammlung.

 

Benutzerhandbuch für Online-Wahlen

Hier finden Sie ein Benutzerhandbuch mit den wichtigsten Informationen zum Thema Online-Wahlen.


Einladung: Außerordentliche Mitgliederversammlung am 13. Dezember

Einladung zur Außerordentliche Mitgliederversammlung am 13.12.2021 (digital über Zoom)

Umzug Geschäftsstelle und Satzungsreform

Liebe Mitglieder des Sportbundes Rheinhessen, wir stehen vor richtungweisenden Entscheidungen und möchten dies mit unseren Mitgliedern besprechen. Zwei drängende Themen stehen dabei auf der Tagesordnung, die wir sehr zeitnah und mit hoher Dringlichkeit im Kreise der Mitglieder des Sportbundes Rheinhessen abstimmen müssen.

Der LSB plant, seine Geschäftsstelle in der Mainzer Rheinallee im Jahr 2022 zu verkaufen und einen neuen Standort in einem Mainzer Gebiet zu organisieren. Fast zeitgleich sind wir bei uns – nach sehr intensiven Gesprächen im Präsidium, einem genauen Blick auf unsere Finanzen und mit ebenso genauem Blick auf unsere Kernaufgaben zu dem Entschluss gekommen, dass wir zukünftig eine Geschäftsstelle benötigen, die besser unsere Bedürfnisse abbildet als bisher. Wir möchten gerne die zwei Standorte Mainz und Seibersbach in einen überführen – mit der Stadt Ingelheim haben wir hierzu intensive Gespräche geführt, um dieses Vorhaben umzusetzen. In der Rotweinstadt hat ein Sportentwicklungsplan des Instituts für Sportstättenentwicklung gezeigt, dass ein Sportpark im Blumengarten sinnvoll ist und dort viele Möglichkeiten für die Sportlandschaft schlummern. Zentrum des Ganzen soll ein Haus der Vereine werden, in dem zunächst Ingelheimer Vereine eine Anlaufstelle finden sollen. Auf Basis dieser Überlegungen sind Synergiechancen in gemeinsamen Gesprächen mit der Stadt Ingelheim entdeckt worden – der Sportbund war als Expertisengeber für den Sportpark eingebunden. Die bestehenden Sportstätten sowie entstehende neue, aber auch eine Einbindung in den Sportpark, der wiederum für alle Vereine und Fachverbände in Rheinhessen tolle Möglichkeiten bietet, wurden diskutiert. Herausgekommen sind klare Anforderungen an den Sportbund als auch an den Sportpark und die Stadt Ingelheim. Unterm Strich sind die treibenden Kräfte aus Stadt und Sportbund der Meinung, hier kann etwas gemeinsam entstehen, was Synergien für Sport und Stadt bietet und gleichzeitig für den organisierten Sport im Land eine Verbesserung mit sich bringt. Diese Entwicklung ist kein Alleingang des Sportbunds und seinem Präsidium, sondern eine in der Sportlandschaft Rheinland-Pfalz sehr gern gesehene Entwicklung zur Stärkung des organisierten Sports. Das Präsidium des Sportbundes Rheinhessen hat sich bereits einstimmig für diesen Weg ausgesprochen. Für uns ist es aber wichtig, für größtmögliche Transparenz zu sorgen und gleichzeitig vor den Entscheidungen der Stadt Ingelheim im Frühjahr 2022 unseren eigenen Weg mit Ihnen gemeinsam bestimmt zu haben, um handlungsfähig zu sein. Deshalb werden wir Ihnen als Mitglieder des Sportbundes Rheinhessen den aktuellen Stand vorstellen und anschließend gemeinsam eine Entscheidung für die weitere Vorgehensweise treffen.

Zur Transparenz gehört es auch, dass wir die anstehende Satzungsreform mit Ihnen diskutieren. Das Präsidium des Sportbundes Rheinhessen ist der Meinung, dass wir unsere Arbeitsprozesse anpassen müssen. Unsere in die Jahre gekommene Satzung wurde von uns überprüft, mit einigen anderen Sportorganisationen verglichen und aktuelle Tendenzen in der Satzungslandschaft und Sportwelt abgeglichen. Es hat sich deutlich gezeigt, und auch in unserem Verbandsgebiet sind die Entwicklungen bei einigen beispielhaft zu erkennen, so, wie der Sport bisher in Haupt- und Ehrenamt gearbeitet hat, ist es nicht mehr zu leisten. Besonders große Vereine und Verbände stoßen an ihre Grenzen und reformieren sich, um effizienter und auch fairer die Aufgaben aufzuteilen. Das möchten wir ebenfalls tun, allerdings mit ausreichend Zeit, um auch noch Dinge anzupassen, sofern wir oder unser Jurist es übersehen haben sollten. Im Hauptausschuss wurden erste Überlegungen und Gedanken bereits vorgelegt. In dieser außerordentlichen Mitgliederversammlung stellen wir Ihnen unseren Satzungsentwurf vor und geben Ihnen ausreichend Zeit, sich damit zu beschäftigen. Das Präsidium des Sportbundes Rheinhessen möchte Ihnen diese großen Änderungen nicht einfach vorlegen und sie quasi überfallartig darüber entscheiden lassen. Eine Entscheidung darüber soll erst am 11. Juni 2022 erfolgen, wenn wir unsere ordentliche Mitgliederversammlung abhalten.

Lassen Sie uns noch kurz erläutern, warum wir uns für die digitale Variante entschieden haben. Natürlich spielen die Kosten eine große Rolle dabei. Wir haben digitale Möglichkeiten zur MV, die sehr viele Vereine und Fachverbände im Laufe der Corona-Pandemie gerne genutzt haben. Darüber hinaus ist uns Ihre Gesundheit ganz besonders wichtig. Bei den steigenden Zahlen wäre es aus unserer Sicht unverantwortlich, eine so große Versammlung in Präsenz abzuhalten. Alle, die nicht an der digitalen Veranstaltung teilnehmen können, werden dennoch in die Entscheidungsfindung eingebunden. Der Bundesgesetzgeber hat ihr einen Spielraum eröffnet, den wir sehr gerne nutzen. Die Einladung kommt in den nächsten Tagen per Post UND per Mail in das Postfach Ihres Vereines. Bitte beachten Sie, dass wir die Beschlussvorlagen mitschicken, so dass auch aufgrund nicht digitaler Teilnahme Ihr Verein sein Votum abgeben kann.

Aufgrund der besonderen Dringlichkeit laden wir satzungsgemäß spätestens vier Wochen vorher fristgerecht ein. Die Veranstaltung findet am Montag, 13. Dezember 2021 um 19 Uhr digital über Zoom statt. Der Link folgt per E-Mail.

Mit sportlichen Grüßen

Das Präsidium des Sportbundes Rheinhessen

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne telefonisch oder unter mitgliederversammlung@sportbund-rheinhessen.de zur Verfügung. Alternativ können Sie Ihre Fragen auch gerne online über unser Fragetool eingeben. Dafür klicken Sie bitte hier..

Hier finden Sie die FAQ’s zur außerordentlichen Mitgliederversammlung.

Tagesordnung:

  1. Begrüßung
  2. Umzug Geschäftsstelle
  3. Organisationsentwicklung Sportbund Rheinhessen
  4. Sonstiges