#STIMMEDESSPORTSSTÄRKEN Druckversion

Die Corona-Pandemie stellt einen starken Einschnitt in das Leben aller Menschen dar. Vorschriften, Verbote, Vorsichtsmaßnahmen schränken unseren Alltag ein und stellen unser bisheriges Leben auf den Kopf. Besonders betroffen ist auch der Sport, der Menschen aller Altersklassen nicht nur Abwechslung und soziale Kontakte beschert, sondern auch ein wichtiger Baustein der Volksgesundheit ist.

Doch wer nicht mit dem Sport sein Geld verdient und als Profi oder als Kaderathlet mit Ausnahmegenehmigung trainieren darf, der kann sich momentan nur auf eigene Faust sportlich betätigen. Und während Hallen und Sportplätze geschlossen bleiben, rückt der Amateur-Sport zunehmend aus dem Fokus von Politik und Gesellschaft. Dem möchte der Sportbund Rheinhessen entgegenwirken, indem er eine Kampagne ins Leben rief, die dem Sport wieder mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit einbringen soll. Einer ihrer Initiatoren ist der Vize-Präsident Breitensport des Sportbundes Rheinhessen, Till Pleuger. In einem kurzen Gespräch beantwortete er für die SportInForm einige Fragen zur Kampagne und den Zielen, die damit verfolgt werden.

Herr Pleuger, wie kam es zu der Aktion und warum muss die Stimme des Sports gestärkt werden?

In der Corona-Diskussion ist der Breiten- und Leistungssport zuletzt leider aus dem Blickwinkel der Politik verschwunden. Bei den politischen Debatten wurde der Vereinssport hinsichtlich anstehender Lockerungen nicht mehr berücksichtigt. Und genau darum geht es. Mit der Aktion „Stimme des Sports Stärken“ wollen wir den Vereinen und somit auch allen Sportler*innen die Möglichkeit bieten, sich mit ihren Sorgen und Wünschen bemerkbar zu machen und somit auch unsere Lobbyarbeit zu unterstützen. Das Ganze entstand aus Gesprächen mit Vereinen, Eltern und Kindern, die gefragt haben, wie sie sich möglichst schnell und unkompliziert einbringen können.

Was erwarten Sie von der Kampagne?

Wir wollen das politische Gewicht des organisierten Sports stärken und dabei die Vereine mitnehmen. Wie sehr der Sport den Menschen in allen Belangen fehlt, wird gerade im zweiten Lockdown immer deutlicher. Die Vereine haben sich bis heute absolut solidarisch und verantwortungsbewusst gezeigt. Das darf aber nicht dazu führen, dass der Sport bei anstehenden Lockerungen unberücksichtigt bleibt.

Wie sind die Reaktionen? Haben Sie bereits erste Rückmeldungen aus Politik und Gesellschaft?

Die Reaktionen sind durchweg sehr positiv. Es haben sich von Beginn an viele Vereine beteiligt, wodurch die Aktion unerwartet schnell bekannt wurde. Auch die Medien sind darauf aufmerksam geworden. Durch einen Bericht in den Kindernachrichten „Logo!“ haben sogar Vereine aus ganz Deutschland, wie zum Beispiel Berlin oder Brandenburg mitgemacht, was uns positiv überrascht hat. Bis heute gibt es sehr viel Zuspruch, auch aus der Politik, weil wir nicht mit unangemessenen Forderungen oder Wünschen vorgeprescht sind, sondern die Emotionen und Bedürfnisse in den Vereinen möglichst authentisch abbilden wollen. Um der Stimme des Sports auch ein Gesicht zu geben, eignen sich die Bilder und Statements der Betroffenen selbst am besten.


Was bedeutet Euch der Sport? Was fehlt euch besonderes in diesen Zeiten, in denen die Sportanlagen gesperrt sind und das Vereinsleben weitgehend brach liegt?
Lasst euren Sorgen und Nöten freien Lauf! Bringt Eure Meinung zum Ausdruck! Wo? Auf Facebook und Instagram hat der Sportbund Rheinhessen unter den Hashtags #stimmedessportsstärken und #wirsindlaut zwei Plattformen geschaffen, auf denen jeder seine stimme erheben darf. Alle Vereine und Sportler*innen sind eingeladen mitzumachen und Bilder samt kurze Statements zu posten. Gerade auch die Gruppe der Kinder- und Jugendlichen, die im Sport oft Ausgleich und Halt finden, sollen hier zu Wort kommen. Teilt die Aussagen Eurer Nachwuchssportler*innen. Fordert andere Vereine in Challenges heraus. Zeigt der Gesellschaft, wie lebendig der Sport ist – und wie sehr er allen seinen Anhängern fehlt. Keiner soll denken, nur weil der Amateursport derzeit nicht stattfindet, kann er vergessen werden. Wir wollen zurück und wir kommen zurück. Und das sollen alle wissen. Macht mit!