Sportplakette für zwei Rheinhessen  Druckversion

Speerwerfer Julian Weber und Alfred Knab vom Handballverband werden von Ministerpräsidentin ausgezeichnet

Foto: C.Palm

Einmal im Jahr verleiht Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Sportplakette des Landes Rheinland-Pfalz für hervorragende Leistungen und besondere Verdienste im Sport. Bei der Feierstunde am 25. Oktober gehörten auch ein besonders erfolgreicher Sportler und ein langjähriger Funktionär aus Rheinhessen zu den Geehrten des Jahres 2021: Weltklasse-Speerwerfer Julian Weber und Handball-Funktionär Alfred Knab.

Julian Weber verpasste bei den Olympischen Spielen in Tokio nur um 14 Zentimeter die Bronze-Medaille und belegte mit der Weite von 85,30 Meter den vierten Platz. Der mittlerweile in Berlin lebende 27-jährige Sportsoldat und Student startet noch immer für den USC Mainz, wo er unter Trainer Stephan Kallenberg zum Weltklasse-Speerwerfer gereift war. Nach seinem Erfolg in Braunschweig Anfang Juni reiste er als Deutscher Meister nach Japan, wo er sich nach den vielen Verletzungssorgen der vergangenen Jahre aber keine Top-Platzierung ausrechnete. Umso schöner, dass es mit persönlicher Jahresbestleistung doch klappte. Und die knapp verpasste Medaille konnte seine Freude über Platz vier nicht trüben. Im Gegenteil: Seine Leistungssteigerung nimmt Weber als Ansporn für die großen Wettkämpfe des nächsten Jahres, wenn in den USA die Weltmeisterschaften und in München die Europameisterschaften auf dem Programm stehen. Einmal konnte Weber bereits bei einem solchen Saisonhöhepunkt internationales Edelmetall einheimsen: 2019 gewann er EM-Silber. Bei der WM im gleichen Jahr belegte er Rang sechs. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro hatte er ebenfalls schon das Finale erreicht, in dem er als als Neunter nach drei Versuchen aber die Segel streichen musste. Zuvor war er im Jahr 2013 U-20-Europameister und 2014 Deutscher U-23-Meister geworden. Auch bei den Herren war er 2014 schon als DM-Zweiter positiv aufgefallen. 2016 und 2019 wurde er weitere zweimal Deutscher Vizemeister, ehe er dieses Jahr erstmals den DM-Titel gewinnen konnte.

Zum Speerwerfen war Julian Weber erst im Alter von 16 Jahren gekommen, als er spaßeshalber beim Werfertag in Saulheim mitmachte und die Konkurrenz direkt um rund zehn Meter übertraf. Zuvor hatte er sich durch seine Wurfgewalt bereits einen Namen als Handballer gemacht – mit der SG Saulheim spielte er in der Jugend-Regionalliga. „Julian war sehr talentiert und hätte sicherlich auch als Handballer seinen Weg gemacht“, weiß der Präsident des Sportbundes Rheinhessen, Klaus Kuhn. „Ich freue mich, dass er nach seiner langen Verletzungspause 2017/18 den Weg zurück in die Weltspitze gefunden hat. Als Deutscher Meister und zweimaliger Olympia-Finalist ist er ein Aushängeschild des rheinhessischen Sports, weshalb er auch mehrfach als Juror bei den Sternen des Sports mitgewirkt hat.“

Als Präsident des Handballverbandes Rheinhessen hat Kuhn auch lange Jahre mit Alfred Knab zusammengearbeitet, dem er ebenfalls herzlich zur Auszeichnung gratulierte. „Alfred Knab ist seit Jahrzehnten ein wichtiger und verlässlicher Mitarbeiter für den Handball-Verband. In den vergangenen Jahren war er hauptverantwortlich für die Digitalisierung der Verbandsarbeit, wobei er diese Leistung nicht nur für den HVR, sondern auch als Geschäftsführer für die gemeinsame Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar erbracht hat. Durch seine Fachkenntnisse und den enorm hohen Arbeitseinsatz hat er dem Verband hohe Kosten erspart und dafür gesorgt, dass die vom Deutschen Handballbund eingeforderte Digitalisierung fristgerecht und fachmännisch umgesetzt wurde.“

Knab kam als Zehnjähriger beim TV Bodenheim zum Handball, wo er als Torwart von 1964 bis 1994 aktiv war. In seinem Heimatverein sammelte er in den Funktionen als Schriftführer und Spielwart auch erste Erfahrung in der Vorstandsarbeit. Daneben engagierte er sich von 1986 bis 2014 als Schiedsrichter und pfiff bis zur Oberliga. Seine erste Tätigkeit im Handballverband Rheinhessen übernahm er 1990 als Staffelleiter, ein Jahr später übernahm er die Funktion des Männerspielwarts. Von 1993 bis 2010 war er Vorsitzender der technischen Kommission und führt seitdem das Amt des Vize-Präsidenten Spieltechnik. Zwischendurch übernahm er kommissarisch für ein halbes Jahr das Amt des Frauenwarts und für zweieinhalb Jahre den Vorsitz des Jugendausschusses. Seit 2001 leitet Alfred Knab die Geschäftsstelle der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, für die er bis 2007 auch sechs Jahre Vorsitzender des Spielausschusses war.

Für seinen ehrenamtlichen Einsatz wurde Alfred Knab bereits mit der Goldenen Ehrennadel des Handballverbands Rheinhessen, mit den Silbernen Ehrennadeln Sportbundes Rheinhessen, des Deutschen Handballbundes und des Südwestdeutschen Handballverbands sowie mit der Ehrenplakette in Silber des Landessportbunds Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Zu dieser langen Liste von Auszeichnungen gesellt sich nun die Sportplakette des Landes Rheinland-Pfalz, die er an der Seite von Julian Weber bei einer Feierstunde in der Staatskanzlei in Empfang nahm.

Die Sportplakette besteht aus einer kreisrunden Medaille in Bronzeguss. Sie hat einen Durchmesser von 10 cm und zeigt auf der Vorderseite das Bild eines Sportlers mit einer brennenden Fackel in der Hand. Die Vorderseite trägt außerdem die Aufschrift „Der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz“ mit einer Abbildung des Landeswappens. Auf der Rückseite zeigt sie einen stilisierten Lorbeerzweig und die Widmung „Für hervorragende Verdienste um den Sport“.