Sportbund Rheinhessen schüttet 6-stelligen Sonderbetrag aus Druckversion

Hauptausschuss beschließt Nachtragshaushalt / Sonderzuweisung für Fachverbände, Übungsleiter, kleine Baumaßnahmen und Digitalisierung. Die Vereine im Sportbund Rheinhessen (SBRHH) dürfen sich über eine zusätzliche Finanzspritze freuen. Mehr Geld für einen lizenzierten Übungsleiter, einen höheren Zuschuss für kleine Baumaßnahmen und eine Sonderausschüttung an die Fachverbände sind beschlossene Sache. Darüber hinaus legte der Hauptausschuss des rheinhessischen Dachverbandes fest, Vereine und Verbände bei digitalen Mitgliederversammlungen mit einem eigens dafür anzuschaffenden Programm zu unterstützen. Diese Beschlüsse fasste der Dachverband in seiner erstmals digital ausgetragenen Hauptausschusssitzung am Dienstagabend.

„Als Folge der Corona-Pandemie kämpfen viele Vereine mit finanziellen Schwierigkeiten. Im Sportbund haben wir im Jahr 2020 gut gewirtschaftet und können es uns nun leisten, in der Krise zusätzliche Hilfen auszuzahlen“, erklärte der kommissarische Sportbund-Präsident Klaus Kuhn in der harmonisch verlaufenen Sitzung. Eine Sonderausschüttung von Lotto, einen seit fast anderthalb Jahrzehnten erstmaligen Ausgleich für die Tariferhöhung im TVL durch das Ministerium sowie Einsparungen durch ausgefallene Veranstaltungen in der Corona-Krise machten das möglich. “Wir geben das komplett an unsere Mitgliedsvereine und -verbände weiter“, so Kuhn. Aufgrund der aktuellen Krisenlage verzichtete der Sportbund, größere Summen für den anstehenden Neubau der Geschäftsstelle zurückzulegen. „Viele Vereine und Fachverbände brauchen das Geld jetzt akuter“, betont Kuhn.

Im Detail profitieren die Fachverbände von einer Sonderzuweisung in Höhe von 20.000 Euro durch den Sportbund. Die Vereine erhalten für jeden lizensierten Übungsleiter 10 Euro zusätzlich, wodurch die Jahrespauschale von 100 auf 110 Euro steigt. Der Zuschuss für kleine Baumaßnahmen wird von 20 auf 35 Prozent erhöht. „Insgesamt schüttet der Sportbund in seinem Nachtragshaushalt 105.000 Euro zusätzlich aus“, berichtete Vizepräsidentin Finanzen, Ulrike Cohnen. Das Gremium stimmte bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung für den Vorschlag des Präsidiums.

Als weitere Hilfsmaßnahme in der Pandemie wird der SBRHH eine Software anschaffen, mit der ein digitaler Veranstaltungsraum eingerichtet wird. „So bieten wir die Möglichkeit an, rechtskräftig und kostenfrei Mitgliederversammlungen online durchzuführen. Das entsprechende Gesetz im Zuge der Corona-Pandemie wurde bis zum 31. Dezember 2021 verlängert“, erklärt Geschäftsführer Thorsten Richter. Damit dürfen Vereine, auch ohne originäre Abdeckung durch ihre Satzung, digitale Wahlen durchführen. „Unterm Strich können wir dem Sport viele tausende Euros sparen, wenn wir das zentral steuern.“ Erste Verbände haben ihren Bedarf für diese Unterstützung bereits angemeldet. Einen formalen Beschluss erledigte der Hauptausschuss ebenfalls noch mit. Die neue Jugendordnung, die den Sportjugend-Vorstand um einen Sitz verschlankt, wurde einstimmig angenommen.

Im Vorfeld der Wahl des neuen LSB-Präsidenten am Freitag stellte sich der noch kommissarische LSB-Präsident Wolfgang Bärnwick den Ausschussmitgliedern vor. Als anstehende Vorhaben nannte er die Auswertung und Umsetzung der Organisationsanalyse, den Neubau der Geschäftsstelle sowie eine der Kernaufgaben des LSB, die Förderung des Leistungssports. SBRHH-Präsident Kuhn richtete nach diesen Ausführungen eine klare Wahlempfehlung für Bärnwick an den Hauptausschuss, der größtenteils die rheinhessischen Delegierten stellt.
Darüber hinaus gab Jochen Borchert einen aktuellen Stand zum Landesprogramm „Land in Bewegung“. Der ehemalige kommissarische LSB-Präsident und Mitarbeiter im Ministerium des
Inneren und für Sport Rheinland-Pfalz erklärte, dass in 2020 geplante Maßnahmen wie der „Bewegungstag“ aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnten, im nächsten Jahr aber nachgeholt werden sollen. Das Programm sei gut angelaufen und viele Vereine seien mittlerweile Kooperationspartner geworden.