Sportbund Rheinhessen nimmt Abschied von Ehrenmitglied Günter Bärsch  Druckversion

Der Sport und die Fassnacht waren sein Leben

Sportbund Rheinhessen nimmt Abschied von Ehrenmitglied Günter Bärsch 

 

Ob als Sportler oder als Fassnachter – Günter Bärsch war ein Mainzer durch und durch. Vereinsangebote nahm er nicht nur wahr, er gestaltete sie mit. Sein ehrenamtliches Engagement erstreckte sich auf vielfältige Tätigkeiten vom Übungsleiter über den Vereins- und Verbandsfunktionär bis hin zum langjährigen Moderator des Gutenberg-Marathons. Nach schwerer Krankheit ist Günter Bärsch am 28. Dezember im Alter von 86 Jahren gestorben. 

Als Günter Bärschs sportliche Laufbahn begann, lag Mainz noch in den Trümmern des zweiten Weltkriegs. Geprägt durch die Eindrücke seiner Jugend war er schon früh bereit mit anzupacken und zu gestalten. Er versuchte sich in vielen Sportarten, war als Turner aktiv, spielte Handball, Faustball und Basketball. Besonders angetan hatte es ihm aber die Leichtathletik, die ihm in seinen Spezialdisziplinen Hochsprung und Hürdenlauf einige Erfolge einbrachte. 1951 wechselte Bärsch vom TuS 1860 Mainz zum Mainzer TV von 1817 und 1959 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des USC Mainz, der ihn zuletzt für 60 Jahre Mitgliedschaft auszeichnete. Für den USC startete er nicht nur mehrfach bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft, nach seiner aktiven Zeit war er auch als Trainer, Kampfrichter und Vorstandsmitglied im Einsatz. Als internationaler Kampfrichter schaffte er es sogar zu den Olympischen Spielen 1972 in München.  

In den 60er Jahren trat er zudem für den ASV Mainz 88 als Rasenkraftsportler an, wurde neunmal in Folge Rheinland-Pfalz-Meister und zweimal Deutscher Vizemeister. Doch damit nicht genug: Auch der Skisport hatte es ihm angetan, weshalb er 25 Jahre zum Arbeitsausschuss des Fachverbands Skisport im Bezirk Rheinhessen gehörte. Diese Leidenschaft impfte er auch dem USC ein, indem er eine Skisportabteilung gründete. Bis ins hohe Alter organisierte er Skifreizeiten, die er als Skilehrer selbst maßgeblich gestaltete.  

So mannigfaltig wie sein aktives Sportlerleben gestalteten sich auch seine Funktionärstätigkeiten. Während er sich in der Leichtathletik bis in die Ebene des Deutschen Leichtathletikverbands engagierte, kam Bärsch auch mit dem Sportbund Rheinhessen in Berührung. Zunächst 1964 als Sportabzeichenprüfer, später als Mitglied im Hauptausschuss und im Ausschuss für Fort- und Weiterbildung. Für die Sportjugend Rheinhessen begann seine Tätigkeit bereits 1958 als Jugendleiter. Er war Mitglied im Arbeitsausschuss, Vorstandsmitglied und 2. Vorsitzender, weshalb er 1995 zum Ehrenmitglied der Sportjugend ernannt wurde. Der Goldenen Ehrennadel des Sportbunds Rheinhessen folgten die Ehrenplakette des Landessportbunds in Gold (2000) sowie 2003 die Auszeichnung mit dem Sport-Obelisk des Landes Rheinland-Pfalz, um nur einige der zahllosen Ehrungen zu nennen. 

So rührig wie im Sport war Günter Bärsch auch in der Mainzer Fastnacht aktiv. Die Garde der Prinzessin ernannte ihn nach vielen Jahren im Komitee 1999 zum Ehrenmitglied und 2005 zum Generalleutnant im Generalkommando. Bärsch war eben ein Tausendsassa, der auf vielen Hochzeiten tanzte und dabei nie aus dem Takt kam. Denn auch beruflich stand er seinen Mann und arbeitete sich bis zum Personalchef bei der AOK hoch. Günter Bärsch wird der Stadt Mainz und seinen Vereinen auf vielen Ebenen fehlen. Und auch der Sportbund Rheinhessen wird ihm ein ehrenhaftes Gedenken widmen.