Schule in Bewegung – Motto war Programm

Auch für das Jahr 2018 gilt: Auf die nächsten Sportstunden dürfen sich die Schüler in Rheinhessen besonders freuen. Etwa 220 Lehrerinnen und Lehrer nutzten die Chance, sich beim Sportbund Rheinhessen und seinen Partnern für die kommenden Sportstunden fit zu machen. „Schule in Bewegung“ lautete das Motto des 6. Lehrertages. Und dieses Motto war Programm. Die Lehrkräfte durften selbst probieren, wie es ist, Sport über Tische und unter Bänken im Klassensaal zu machen. In Theorie und Praxis wurden den Teilnehmern Trends, Erkenntnisse und Beispiele für ihre tägliche Arbeit angeboten. Mitmachen war in vielen der 40 überwiegende praxisorientierten Workshops ausdrücklich erwünscht.

Zusammen mit den hauptamtlichen Mitarbeitern und mit tatkräftiger Unterstützung ihres Präsidiums sowie des Rheinhessischen Turnerbundes (RhTB), dem Deutschen Sportlehrerverband RLP (DSLV), Lotto RLP und dem Institut für Sportwissenschaft der Uni Mainz stemmte der Sportbund die Organisation – wie immer auf den Punkt.

Lehrertag 2018

Thomas Biewald, Leiter des Ressorts Ausbildung beim Sportbund Rheinhessen, freute sich über die sehr große Nachfrage nach den Teilnehmerplätzen beim Lehrertag. „Am besten geht Schulsport mit einer großen Portion Spaß an der Sache!“ Prof. Dr. W. Schöllhorn begrüßte als „Hausherr“ der Universität. Er schlug vor zu versuchen, die Barrieren im Kopf aufzubrechen, damit frischer Geist Platz hat. Das geht natürlich am besten durch einen Schulsport, der ein Gegenpol zu den „bewegungsarmen“ Fächern bildet. Im Prinzip kann jeder Sport erfinden und weiterentwickeln, so Prof. Dr. Tim Bindel in seinem Zentralvortrag. Sein Plädoyer an die Lehrerinnen und Lehrer: Versucht mit den Kindern Sport kreativ zu gestalten, um aus starren Formen herauszukommen. „Eventuell entwickelt sich am Ende sogar ein Trend.“ Als Beispiel nannte er Headis, eine Mischung aus Kopfball und Tischtennis.

Für alle, die nach Mainz gekommen waren, galt es dann, bei einer Auswahl von 40 Workshops zu erfahren, was es an neuen Ideen, Trendsportarten und neuesten Methoden und Trainingsformen zu entdecken gab. Moderne Übungen für die unterschiedlichsten Sportarten, aber auch theoretisches Hirnfutter zu den verschiedensten schulrelevanten Themen – das Angebot war vielfältig. Und es kam an, wie die Rückmeldungen zeigten. Drei Kurse plus Zentralvortrag konnte jeder besuchen. Magnus Schneider, Präsident des Sportbundes Rheinhessen: „Der Lehrertag ist eine echte Erfolgsgeschichte bei uns, die wir gerne fortschreiben möchten.“ Zu entdecken gab es viel. Zum Beispiel beim Workshop: „Über Tische und Stühle“. Im Workshop wurden Wollschnüre zwischen den Stühlen gespannt, die eine Alarmanlage aus Laserstrahlen darstellten. Berührte jemand die Schnur, ging die Alarmanlage los und alle Kinder brüllten laut wie eine Sirene. Das machte auch den probierenden Lehrern sichtlich Spaß.

Über Tische und Stühle

Im Workshop „Gemeinsam sind wir stark“ ging es um Teamspiele zur Unterstützung der Klassengemeinschaft. Nicht jeder hat das Selbstbewusstsein beziehungsweise das Selbstvertrauen, eine oder mehrere Niederlagen hintereinander klaglos wegzustecken. Was liegt näher als Spiele zu spielen, in denen es keine Verlierer gibt. Es gibt diese Spiele und 23 Arbeitskreisteilnehmer testeten diese gemeinsam und hatten Spaß daran.

Im Workshop „Outdoor Fit Camp“ ging es raus aus der Turnhalle, rein in die Natur. Mauern, Treppen, Bänke, aber auch ein Spielplatz mit Schaukeln und Wippen ist bestens für ein Outdoor Fit Camp geeignet. 21 Lehrerinnen und Lehrer ließen sich motivieren und mobilisieren. In jedem Workshop steckte eine große Portion dessen, was sich Schüler wünschen – rennen, toben und dabei unbemerkt etwas für ihre Gesundheit und Koordinationsfähigkeit zu tun. „2020 wird es den nächsten Lehrertag geben“, hielt Biewald am Ende nicht nur deshalb fest.

Bericht: Thorsten Richter
Bilder: Sportbund Rheinhessen