Mainzer-Lauf-Kongress-Rückblicke in Theorie und Praxis Druckversion

13. Mainzer Lauf-Kongress 2018

So mancher Läufer wird sich die Augen gerieben haben, als er in der Laubenheimer Turnhalle plötzlich Geschirrhandtücher mit den Füßen greifen oder die empfindliche Fußsohle über Igelbälle rollen sollte. Dass alles gehörte fest zum Thema, das der 13. Mainzer Lauf-Kongress diesmal in den Fokus genommen hatte. Im Sportzentrum in Mainz-Laubenheim erlebten 110 Laufbegeisterte in Theorie und Praxis neuste Trends und Informationen ihrer Lieblingssportart aus dem Bereich der Sportverletzungen und der dazugehörigen Prophylaxe. Eingeladen hatten der Sportbund Rheinhessen mit seinen Partnern Stadt Mainz, der Sportmedizin der Johannes Gutenberg-Universität, dem Leichtathletikverband Rheinhessen, Source-Gesundheitsberatung und LEX Laufexperten Mainz sowie den Förderern Lotto Rheinland-Pfalz, EWR und Fortuna Sportgeräte.

Mit klassischen Laufverletzungen startete der Kongress. Barlo Hillen, Dozent der Abteilung Sportmedizin der Johannes Gutenberg-Universität, sensibilisierte für jene Verletzungen, die typischerweise auftreten. Neben der Analyse, wie sie zu erkennen sind, gab er wichtige Tipps zur Vermeidung und Ansätze zur eigenständigen Prävention und Behandlung. Dr. Ronald Burger setzte anschließend einen Schwerpunkt auf die Lauftechnik, die eine maßgebliche Rolle beim Auftreten von Verletzungen spielt. Er hinterfragte kritisch neuste Trends und legte darüber hinaus ein Augenmerk auf das wichtigste Laufequipment, den Laufschuh. Er beantwortete Fragen wie „Was ist an welchem Schuh gesund und wo liegen die Unterschiede zwischen Dämpfungsarten?“ oder „Vorteile sogenannter Barfußschuhe?“.

„Wir wollen beim Lauf Kongress am Puls der Zeit sein“, sagt Till Pleuger, Vizepräsident des Sportbundes Rheinhessen, der mit seinem Amtskollegen Klaus Kuhn begrüßte. Aktuelle Themen und Trends werden jährlich beleuchtet, um die Sportler für den Marathon in Mainz, aber auch fürs Laufen ganz allgemein, vorzubereiten. „Der Mix aus Theorie und Praxis kommt gut an und hilft, die Inhalte entsprechend zu vertiefen.“ Nach den theoretischen Ausführungen schnürten die Teilnehmer dann auch ihre Schuhe und Burger setzte direkt da an, wo er aufgehört hatte. „Schulterläufer, Sitzposition, verkrampfte Haltung“ – der Referent gab jedem einen Tipp zur richtigen Haltung mit auf den Weg. Parallel liefen im wahrsten Sinne des Wortes in den anderen beiden Hallenteilen sowie auf dem Vorplatz weiter Workshops. Informativ und abwechslungsreich, dabei immer auf dem neusten wissenschaftlichen Stand – an rund 15 Stationen zeigte Björn Sterzing, wie kleine Übungen eine große Wirkung bei der Verhinderung von Verletzungen oder der Regeneration haben können. Stärkungen von Körperhaltung oder Muskulatur im Fußbereich lassen sich problemlos zuhause erarbeiten. Benötigt wird haushaltsübliches – Handtücher, Seile oder kleine Gegenstände. Das mit den Zehen aufgreifen, ist ein einfaches Beispiel. Konzentriert Laufen auf Fußballen oder -spitzen auf weichen, unregelmäßigen Untergründen ein weiteres. Barlo Hillen erweiterte in der Nachbarhalle das Spektrum mit weiteren Ideen, unter anderem zur Streckung von Muskulatur oder Dehnübungen.

Eine ganz andere Richtung schlug Dr. Daniel Pfirrmann ein. Koordination anhand verschiedener Laufübungen, gepaart mit Kräftigung und Ausdauer anhand von Treppenläufen demonstrierte er. So mancher Läufer kam an den Stufen mächtig ins Schwitzen, lernte dabei jedoch eine Menge über ein Training, das gut als Ergänzung zu Fahrtenspielen, Intervallläufen oder Bergsprints dienen kann. Eine Besonderheit in diesem Jahr war die Unterstützung von Fusion, HOKA, On, CEP und New Balance, die den Läufern Laufsport-Produkte zum Testen zur Verfügung stellten. Etliche Sportler nutzten die Möglichkeit dafür. Nach sechs Stunden zuhören und laufen endete letzlich ein spannender Tag, der auch durch die Unterstützung vor Ort durch den TV Laubenheim mit Renate und Klaus Winkelmann sowie dem Ausdauerleistungsverein Mainz als Caterer schon jetzt Vorfreude aufs kommende Jahr machte.


12. Mainzer Lauf-Kongress 2017

Es war wieder viel los in der Turnhalle des TV Laubenheim. Mehr als 100 Läufer hatten sich auf den Weg gemacht, um am 12. Mainzer Lauf-Kongress des Sportbundes Rheinhessen, der Stadt Mainz und dem Fachbereich Sport der Johannes Gutenberg-Universität Mainz neuste wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Übungen zu hören und zu erleben. Erneut lautete das Motto „Erst zuhören, dann laufen“ und dass unter den Augen hochkarätiger Referenten. Karin Augustin, Ehrenpräsidentin des Sportbundes Rheinhessen, begrüßte die Anwesenden.

Ein Schwerpunkt der theoretischen Referate lag ausgerechnet bei den Geräten, die eigentlich dafür sorgen, dass sich ganze Generationen überhaupt nicht mehr bewegen. Computersysteme können aber auch einen ganz praktischen Nutzen für Menschen haben, die sich besonders gerne und viel in Schwung halten. Trainingssteuerung mit Web und App stand auf dem Programm. Moderne Hilfsmittel können, so ein Fazit von Dr. Ronald Burger, ein Segen für den Läufer sein. Vorausgesetzt allerdings, die richtigen Soft- und Hardware werden für die Trainingsdiagnose und – ansteuerung eingesetzt. Mindestens genauso viel Diskussionsstoff bietet unter den Sportbegeisterten die – fast schon transzendentale – Frage, ob Warm up und Cool down tatsächlich effektiv und notwendig sind. Björn Sterzing erläuterte, wo der Einsatz zweckmäßig ist.

Nach diesen ausführlichen Einführungen zum Laufen folgte die praktische Umsetzung. Der Workshop „Krafttraining für Läufer“ von Dr. Ronald Burger zeigte Übungen zur ökonomisieren des Laufens, anschließend folgte eine Schulung „Functional Movement“ als Ganzkörpertraining, quasi ein Mix aus Yoga, Wirbelsäulengymnastik und Freeletics von Barlo Hillen. Grundlegendes zu Laufvariationen und Bewegungsabläufe erfuhren die Teilnehmer danach durch Daniel Pfirrmann. Im Fokus standen Bein- und Armarbeit sowie Variationen der Rumpfhaltung. Mangelnde Mobilität ist bei einseitiger Belastung ein Problem. Insbesondere die Hüfte ist davon häufig betroffen. Mittel und Wege, diese kontraproduktive Steifheit los zu werden, zeigte Patrick Schneider.

Nach sechs Stunden zuhören und laufen endete ein spannender Tag, der auch durch die Unterstützung vor Ort durch den TV Laubenheim mit Renate und Klaus Winkelmann sowie den Meenzer Leisetretern schon jetzt Vorfreude aufs kommende Jahr machte.

 


11. Mainzer-Lauf-Kongress 2016

Rauchende Köpfe, dampfende Körper

Erst rauchte der Kopf, dann wurde der Körper zum Dampfen gebracht. Diese Kombination sorgte – einmal mehr – für begeisterte Sportler beim Lauf-Kongress des Sportbundes Rheinhessen. In der elften Auflage des Kongresses hörten rund 70 Teilnehmer neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und durften im Anschluss an den etwa dreistündigen Theorieblock viele praktische Übungen in den eigenen Laufschuhen ausprobieren. Eindrucksvoll schilderte darüber hinaus Läuferin Laura Chacon Biebach, wie und warum sie zur Profiläuferin wurde.

„Dieser Kongress ist eine feste Konstante im Jahreskalender von Laufsportbegeisterten“, freut sich Magnus Schneider, Präsident des Sportbundes Rheinhessen. „Die Sportler haben hier Gewissheit, an einem Tag kompakt mit neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen gefüttert zu werden.“

Ursprünglich als „Marathon-Kongress“ in einer Boomzeit des Laufens gestartet, erweist sich der heutige Lauf-Kongress als ein Eckpfeiler für interessierte Läufer. Den Auftakt der Veranstaltung machten drei theoretische Vorträge. Matthias Dreher beantwortete in seinem Vortrag Fragen, die viele Sportler vor dem Wettkampf immer wieder stellen. Bringt die Pasta-Party vorher etwas oder funktioniert Laufen nur mit Trinkgürtel effektiv. Dr. Ronald Burger erläuterte im Anschluss die Vorbedingungen für ein optimiertes Ausdauertraining. Das Zusammenspiel von Kraft, Ausdauer und Technik nahm er unter die Lupe. Nachmittags durften die Teilnehmer dann das theoretisch Gelernte direkt in der Praxis ausprobieren. Christian Hochgürtel und Patrick Schneider gaben den Läufern die Möglichkeit, an ihrer Technik zu feilen.

Im Fokus standen bei ihnen Schnelligkeit sowie Faszien und Muskulatur. Wie wichtig Technik ist, betonte auch Laura Chacon Biebach, die als Profiläuferin unterwegs ist. Am aller wichtigsten sei jedoch die Leidenschaft fürs Laufen zu haben und sich zu bewahren. Dass dies grundlegende Faktoren für eine erfolgreiche Ausübung sind, bestätigte sich in der anschließenden Praxis. Daniel Pfirrmann und Björn Sterzing gaben den Teilnehmern Übungen zu den Themen Laufparcours und Jump and Run, also Sprungformen als Trainingsvarianten vor. Dem Trainingseffekt gehen dabei Einstellung und Wille voraus.

Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Stadt Mainz, der Sportmedizin der Johannes Gutenberg-Universität, dem Leichtathletikverband Rheinhessen sowie Lotto Rheinland-Pfalz, SOURCE-Gesundheitsberatung und dem Turnverein Mainz-Laubenheim organisiert.


10. Mainzer-Lauf-Kongress 2015

Erst rauchte der Kopf, dann wurde der Körper zum Dampfen gebracht. Diese Kombination sorgte – einmal mehr – für begeisterte Sportler beim Lauf-Kongress des Sportbundes Rheinhessen.  In der zehnten Auflage des Kongresses hörten mehr als 100 Teilnehmer neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und durften im Anschluss an den etwa dreistündigen Theorieblock viele praktische Übungen in den eigenen Laufschuhen ausprobieren.

„Dieser Kongress ist mittlerweile eine viel nach gefragte Konstante im Jahreskalender von Laufsportbegeisterten“, freute sich Magnus Schneider, Präsident des Sportbundes Rheinhessen, in seiner kurzen Begrüßung. Ursprünglich als „Marathon-Kongress“ in einer Boomzeit des Laufens gestartet, erweist sich der heutige Lauf-Kongress als ein Eckpfeiler für Interessierte Läufer. Den Auftakt der Veranstaltung machten drei theoretische Vorträge. Björn Sterzing referierte zu Regenerations- und speziellen Trainingsmaßnahmen als Prävention vor Verletzungen, anschließend beschäftigte sich Dr. Ronald Burger mit diagnostisch notwendigen Maßnahmen in der Vorbereitung auf einen Laufwettkampf am Beispiel des Gutenberg Marathon Mainz. „Lauftraining macht Spaß“ lautete die These von Hans Ludwig Sattler, mit dem der Theorie-Teil komplettiert wurde.

Laufkongress Vortrag Simon

„Laufen ist mehr als Marathon, es ist eine gute und einfache Möglichkeit für Jedermann, fit und gesund zu bleiben“, so Schneider. Lediglich ein Paar Turnschuhe würden dafür in der Regel benötigt. „Heute allerdings zwei Paar, einmal für drinnen und einmal für draußen“, ergänzte sich Schneider augenzwinkernd und wagte einen Blick auf den bevorstehenden Praxisteil am Nachmittag. Der brachte viele Beispiele für ein variantenreiches Lauftraining oder ein Athletiktraining unter freiem Himmel.

Mainzer Laufkongress Athletiktraining

Auf dem Rasenfeld neben dem TVL-Sportplatz zeigten die Referenten, was es an spannenden und zeitgemäßen Übungen gibt. Gleichzeitig tobten sich mehrere Läufergruppen in der Turnhalle aus. Funktionale Aspekte von Faszientraining wurden ebenso beleuchtet wie laufspezifisches Krafttraining. Dieter Ebert, Referatsleiter Sport der Stadt Mainz, nutzte die Gelegenheit vor so vielen Laufbegeisterten, um noch ein wenig für den Mainzer Marathon zu werben. „Wer ist schon angemeldet“, fragte er bestimmt, aber sichtlich spaßig in die große Runde der Läufer. Etwa zwei Drittel der Arme ging in die Höhe. „Alle, die es noch nicht sind, sollten es spätestens morgen nach diesem Kongress tun. Mit dem Wissen des heutigen Tages können sie bestimmt direkt mit dem Training dafür beginnen. Nutzen sie die Chance“, ermunterte er.

Mainzer Laufkongress Koordinationsleiter

Die Veranstaltung ist ein gemeinsames Projekt des rheinhessischen Dachverbandes mit der Stadt Mainz, dem Institut für Sportwissenschaft der Uni Mainz, Lotto Rheinland-Pfalz und dem Leichtathletikverband Rheinhessen.


 

Just do it – Motivationale Aspekte der Marathon-Vorbereitung – Prof. Dr. Michael Macsenaere