Online-Befragung „Kunstrasen“ erfolgreich Druckversion

Viele rheinhessische Vereine sind dem Aufruf der Sportbünde gefolgt und haben sich an der Erhebung der Daten beteiligt, dafür herzlichen Dank! Das mögliche Verbot von Kunststoffgranulat auf Kunstrasenplätzen im Rahmen einer möglichen EU-Verordnung bewegt die Sportwelt seit Monaten. Die Konsultation der Europäischen Kommission war dabei eine Möglichkeit, auf die Auswirkungen eines solchen Verbots für die Sportvereine hinzuweisen. Diese Chance haben die Sportbünde in Rheinland-Pfalz mit der Unterstützung des Trierer Instituts für Sportstättenentwicklung (ISE) genutzt und eine Online-Befragung unter den Sportvereinen initiiert.

„Erstmals haben wir dadurch belastbare Zahlen gewonnen, die uns einen Überblick über die Situation in Rheinland-Pfalz verschaffen. Damit sind wir für künftige Verhandlungen mit der Landesregierung zum Thema ‚finanzielle Förderung von Kunstrasenplätzen‘ besser aufgestellt“, zeigt sich der kommissarische LSB-Präsident Jochen Borchert zufrieden mit dem Ergebnis der Vereinsbefragung.

Insgesamt haben 709 Sportvereine aus Rheinland-Pfalz an der Abfrage teilgenommen. Davon gaben 420 Vereine an, einen Kunstrasenplatz für ihre Sport- und Bewegungsangebote zu nutzen. 217 Vereine konnten konkrete Angaben zum Füllmaterial der von ihnen genutzten Plätze machen. Dabei zeigte sich, dass die deutliche Mehrzahl der Sportplätze mit Kunststoffgranulat verfüllt ist – nämlich 125. Mit Sand sind 53 Plätze und acht Plätze sind mit Korkgranulat verfüllt. Insgesamt 31 Sportplätze waren den Angaben zufolge unverfüllt. Auffällig war, dass viele Sportvereine gar nicht genau wissen, welches Füllmaterial auf den genutzten Sportplätzen verwendet wird. Häufig sind es die Kommunen, die Träger der Sportstätten sind und über die entsprechenden Informationen verfügen. Vereine sind in der Mehrzahl Nutzer der Sportplätze – und wären damit die Leidtragenden eines möglichen Verbots von Kunststoffgranulat.

„Auch wenn diese Abfrage kein Gesamtbild aller Sportplätze in Rheinland-Pfalz darstellt, deutet sich bereits jetzt an, dass die Mehrzahl der vorhandenen Kunstrasenplätze mit dem betroffenen Kunststoffgranulat verfüllt ist“, bewertet ISE-Leiter Stefan Henn die Ergebnisse. Diese Erkenntnisse wurden vom ISE an die EU-Kommission im Rahmen der öffentlichen Konsultation übermittelt. Die Kommission wird die Ergebnisse in den kommenden Wochen auswerten und einen abschließenden Bericht vorlegen. Auf dieser Grundlage werden dann konkrete Entscheidungen auf europäischer Ebene getroffen.

Fußballplatz Kunstrasen