LSB und Sportbünde stellen Parteien auf den Prüfstand Druckversion

Der Landessportbund Rheinland-Pfalz (LSB) stellt in Zusammenarbeit mit den regionalen Sportbünden Rheinhessen, Rheinland und Pfalz anlässlich der Landtagswahl am 14. März SPD, CDU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke auf den Prüfstand. Mit Hilfe von sogenannten Wahlprüfsteinen zu zentralen Zukunftsthemen des rheinland-pfälzischen Sports soll ermittelt werden, wie sich die Parteien für den Sport im Bundesland einsetzen.

Zusammenfassungen der Antworten

Der Landessportbund und die regionalen Sportbünde haben die Antworten der sechs Parteien im Rahmen der vorgegebenen sechs zentralen Themen zusammengefasst.

  • Bedeutung des Sports
  • Eigenverantwortlichkeit/Subsidiarität
  • Sport & Corona, Finanzen
  • Sportstättenentwicklung & Sportfördergesetz
  • Entbürokratisierung

Hier ist die Zusammenfassung zu finden.

 

Am 14. März 2021 wählen die rheinland-pfälzischen Bürger ihre Abgeordneten für die 18. Wahlperiode des Landtages. Damit fällt auch die Entscheidung, welche Parteien künftig dem Landtag angehören bzw. an der Regierung beteiligt sein werden. Dabei wird es nicht zuletzt auf die Stimmen des organisierten Sports ankommen. Schließlich ist jeder dritte Bürger im Land – Mitglied in einem der 6.000 rheinland-pfälzischen Sportvereine.

Die rund 1,4 Millionen Vereinssportler im Land werden sich bei ihrer Wahlentscheidung auch daran orientieren, wie sich die einzelnen Parteien und ihre Kandidaten zum Sport in Rheinland-Pfalz positionieren. Deshalb haben der LSB und die Sportbünde den größeren Parteien, die sich um den Einzug in den rheinland-pfälzischen Landtag bewerben, Fragen zu wichtigen sportpolitischen Themen gestellt – die sogenannten Wahlprüfsteine. Im Mittelpunkt stehen dabei Themenkomplexe wie „Bedeutung und Autonomie des Sports“, Finanzierung des Sports gerade auch in Zeiten der Corona-Pandemie, Sportstättenentwicklungsplanung, Digitalisierung, Förderung des Nachwuchsleistungssports, der Übungsleiter und Fachverbände, Ehrenamt und Entbürokratisierung.

Präsident Klaus Kuhn und Geschäftsführer Thorsten Richter heben hervor, dass sich die drei regionalen Sportbünde in dieser Frage mit dem Landessportbund einig sind. Kuhn spricht von der „berechtigten Forderung“ an die politischen Parteien, den Breitensport und damit eine Großzahl der Wähler im Fokus zu haben. Richter unterstreicht, dass die vom LSB veröffentlichten Erwartungen an die Politik gemeinschaftlich formuliert wurden. „Die vier Sportbünde haben die Wahlprüfsteine gemeinsam und sehr sorgfältig analysierend aufgebaut. Diese Zusammenarbeit dokumentiert den aktuellen Stand des organisierten Sports. Wir gehen gemeinsam los, um dem Sport jene Stimme zu geben, die er verdient.“Mit ihren Wahlprüfsteinen stellen die Verbände nun gemeinsame Forderungen auf, wie beispielsweise die Autonomie des Sports zu achten, die Sportstätten zeitgemäß auszustatten und die Übungsleiter besser zu unterstützen. „Für den Sport gehen wir hier alle gemeinsam in die Bütt“, formuliert Richter. „Der politische Blick muss wieder stärker auf den Breiten- und Leistungssport, die Kernaufgaben des Sports, gelenkt werden. In den vergangenen Jahren wurde hier weniger, dafür mehr in politisch schicke Projekte investiert. Wir fordern mit den Wahlprüfsteinen die Politik auf, ihre Dienstleistungsfunktion für die Wählerinnen und Wähler zu überdenken und die Förderung des Sports verbindlich in den Wahlprogrammen festzulegen.“

Auch Sportbund Rheinhessen-Präsident Klaus Kuhn fordert, dass der gesellschaftliche Stellenwert des Sports in angemessenem Maße in einem künftigen Regierungsprogramm Berücksichtigung findet. Kommt es nach der Wahl zu Koalitionsverhandlungen, wollen die Sportler mit ihren Kompetenzen Einfluss nehmen – erst Recht nachdem die Corona-Pandemie dem Sport einen schweren Schlag versetzt hat. „Der Sport mit seinen Aspekten Bewegung und gesellschaftliches Leben wird, je mehr die Pandemie abklingt, immer wichtiger werden. Das muss sich auch deutlich in den Programmen der Parteien widerspiegeln, immerhin ist der Sport die größte Bewegung im Land.“

Kuhn macht aber auch klar, dass die Sportler auf finanziellen Beistand nicht bis nach der Wahl warten können und derzeit schneller Hilfe oft bürokratische Hürden im Weg stehen. „Die Hilfsmittel aus dem Rettungsschirm für akut von der Insolvenz bedrohte Vereine müssen einfacher abrufbar sein. Ebenso wie die Akut-Hilfe wird eine Unterstützung des Sports aber auch nach der Pandemie dringend benötigt, damit die Vereine ihre Angebote schnell wiederaufbauen können. Nur so lässt sich die Gesunderhaltung der Bevölkerung sicherstellen, die in der Coronazeit sehr stark gelitten hat.“

Hier geht’s zur Pressemeldung des Sportbundes Rheinhessen.

Hier geht’s zur Pressemeldung des Landessportbundes.

 


 

Wahlprüfsteine:

Bedeutung des Sports:

  • Wir fordern eine Einbeziehung in die politischen Entscheidungen, die den Sport betreffen.
  • Wir fordern eine eigenständige Sportabteilung, die in einem entsprechenden Ministerium ausschließlich die Aufgaben des Sports bündelt und zusammenführt.

Eigenverantwortlichkeit/ Subsidiarität:

  • Wir fordern mehr Eigenständigkeit der Dachverbände im rheinland-pfälzischen Sport

Finanzen:

  • Wir fordern eine stärkere Beteiligung des organisierten Sports an den Gewinnen der Lotto GmbH
  • Wir fordern einen mehrjährigen Sportfördervertrag, der inflationsbedingte Verluste ausgleicht und darüber hinaus einen Zuwachs vorab definiert
  • Wir fordern im Rahmen eines Sonderprogramms zur Digitalisierung eine zusätzliche Förderung für den Sport

Sport & Corona:

  • Wir fordern neue, unbürokratischere Sonderprogramme zur gegenwärtigen und zukünftigen Krisenbewältigung
  • Wir fordern eine Stärkung der Vereine, insbesondere derjenigen, die durch die Pandemie einen großen Substanzverlust – finanziell und personell – erleiden

Sportstätten: Sportfördergesetz/ Sportstättenentwicklung:

  • Wir fordern eine zeitgemäße Sportstättenentwicklungsplanung mit einem aktualisierten Sportstättenatlas, entsprechende Programme sowie eine ausreichende finanzielle Ausstattung
  • Wir fordern eine Task Force unter enger Beteiligung des Sports für eine Neufassung des Sportfördergesetzes von 1974 und der Sportförderrichtlinie

Entbürokratisierung:

  • Wir fordern konkrete Maßnahmen zur Verwaltungserleichterung und bürokratischen Entlastung der Vereine
  • Wir fordern ein Ehrenamtsgesetz, das u.a. auch die Anhebung des Übungsleiterfreibetrages und die Erhöhung der Ehrenamtspauschale vorsieht