Kirche und Sport Druckversion

Zum Landessportbund Rheinland-Pfalz gehören mehr als 6.100 Vereine mit gut 1,6 Millionen Mitgliedern. Und natürlich auch Landeskirchen und Bistümer, deren Gebiet auch über das Bundesland Rheinland-Pfalz hinausreicht. Thorsten Richter, stellvertretender Geschäftsführer des Sportbundes Rheinhessen, führte ein Interview mit Rainald Kauer, Vertreter des Sportbundes Rheinhessen im Landesarbeitskreis Kirche und Sport.

Herr Kauer, „Kirche und Sport“, wo ist das Thema beim Sportbund Rheinhessen eingebunden?

Rainald Kauer: „Wir nehmen uns den Inhalten im Ressort Sport und Gesellschaft an. In diesem Querschnittsressort schauen wir vor allem auf Dinge, die Entwicklungen hervorrufen können, aber bei uns häufig nicht so sehr auf dem Radar stehen. Wertevermittlung, Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement oder die Teilhabe aller Menschen ermöglichen sind gemeinsame Fragen, mit denen wir uns bei „Kirche und Sport“ beschäftigen. Das betrifft am Ende Fragestellungen des Miteinanders, der gesellschaftlichen Verantwortung oder der Gleichbehandlung bis hin zu Inklusion oder Integration.“

Das ist ein breites und weites Feld. Wo bewegt sich der Landesarbeitskreis (LAG) Kirche und Sport zurzeit genau? Was sind die Ziele der jetzt laufenden Gespräche?

Kauer: Die beiden Top-Themen mit denen wir uns zurzeit beschäftigen, sind zum einen die Olympischen Winterspiele in Südkorea. Die aktuellen Enthüllungen und Entscheidungen zum Thema „Doping“ fordern nicht nur uns zu einer sehr kritischen Haltung und zum Kampf auf. Hier beziehen wir eine klare Position für einen sauberen Sport und spüren die gesellschaftliche Verantwortung. Aber auch die  völlig überzogenen Ablösesummen im Bereich des Fußballs lassen bei uns die Frage nach dem Wert eines Menschen aufkommen?  Selbstverständlich mit der Prämisse, dass Leistung und Erfolg erwünscht sind, aber nicht um jeden Preis, sei dies auf Kosten der Gesundheit oder des Verlustes von Wettbewerbsgleichheit.

Welche Netzwerke sind in die Arbeitsgruppe integriert und wie spüren die Vereine und Verbände die Ideen und Anregungen, die aus dem LAK kommen?

Kauer: Im LAK „Kirche und Sport“ arbeiten Vertreter/innen der evangelischen Landeskirchen, der katholischen Bistümer und des Sports in Rheinland-Pfalz zusammen. Mit ihren Netzwerken können so die Kirchen 2,8 Millionen und der Sport 1,4 Millionen Menschen in unserem Land erreichen. Ein Bündnis, das z.B. den freien Sonntag, als Geschenk des Himmels sieht, damit Familien neben dem Gottesdienstbesuch auch gemeinsam Erholung und Freude bei Sport, Spiel und Bewegung gemeinsam mit anderen in unseren Vereinen erleben können. Ich denke, dass sich die Kirchen und der Sport in ihrer Arbeit für und mit den Menschen gegenseitig inspirieren und helfen, damit das Leben besser gelingt. In beiden Organisationen steht der Mensch im Mittelpunkt, das ist Stärke und Verpflichtung zugleich. Glaube und Sport motivieren Menschen dazu, sich für gegenseitigen Respekt, Toleranz und Fairness einzusetzen. Das sind die zentralen Anliegen und das Wirken des LAK in die Vereine, Verbände und Pfarreien hinein.

 

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