Geschäftsführer Joachim Friedsam geht nach 34 Jahren Druckversion

Die hauptamtliche Spitze des Sportbundes Rheinhessen geht: Joachim Friedsam, seit 2001 der Geschäftsführer des rheinhessischen Dachverbandes, geht am heutigen 1. Dezember in Rente. Damit endet eine Ära bei dem rund 900-Vereine starken Verband. Sein Nachfolger steht bereits fest: Sein bisheriger Stellvertreter Thorsten Richter übernimmt die Leitung von ihm. Dessen Abteilungsleitung für die Ressorts Kommunikation und Vereinsentwicklung wird Lena Hornberger betreuen, bisher Abteilungsleitung Sportjugend.

Joachim Friedsam, Geschäftsführer des Sportbundes Rheinhessen, tritt nach fast 34 Jahren Tätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand. „Es ist ein komisches Gefühl, zum letzten Mal zur Arbeit zu gehen“, gibt er unumwunden zu. Die Corona-Pandemie macht das nicht besser. Kein großer Bahnhof, keine intensive Abschlussfeier ist möglich. Schade, aber irgendwie passt es zu dem bescheidenen Chef, als der er wirkte und als der er geht. Der gebürtige Oberweseler war bei „seinen“ Vereinen und Verbänden bekannt und beliebt für seine Fachkompetenz und einen immensen Erfahrungsschatz, den er gewinnbringend für die Belange der Vereine und Fachverbände einsetzte. Der leidenschaftliche Radsportler galt von Beginn an als emsiger Arbeiter und zuverlässiger Dienstleister. Durch seine ausgleichende Art schaffte er es immer wieder, auch schwierige Situationen in harmonische Gefilde zu überführen. Der studierte Pädagoge verdiente sich im Laufe seiner Zeit große Anerkennung weit über die rheinhessische Grenze hinaus und war ein äußerst geachteter und geschätzter Ansprechpartner, Kollege und Sportfunktionär. Er übergibt mit dem heutigen Tag das Zepter an Thorsten Richter.

Dieser ist seit 2009 beim Sportbund Rheinhessen. Der gelernte Redakteur studierte vor seiner journalistischen Ausbildung Politik, Philosophie, Sport und Geschichte und hat seit 2012 die Position des stellvertretenden Geschäftsführers inne. In den Jahren 2013 bis 2015 verdiente er sein Geld bei der Stiftung der Deutschen Fußball-Liga, blieb dem Sportbund aber als gewähltes Präsidiumsmitglied erhalten. Nach seiner Rückkehr ins Hauptamt 2015 übernahm er die Leitung der IT-Projekte, kümmerte sich um die Ressorts Vereinsentwicklung, Kommunikation und Sport und Gesellschaft sowie die Stellvertretung Friedsams. „Ich freue mich auf die Aufgabe, weiß aber auch, dass es durchaus intensive Jahre werden“, so Richter. Auf ihn warten herausfordernde Aufgaben wie die Modernisierung der Satzung, der Umzug in eine neue Geschäftsstelle und die Umstrukturierung der Geschäftsstelle aufgrund diverser Rentenbeginne.

 

„Seine“ Abteilungsleitung übernimmt Lena Hornberger. Sie kümmerte sich seit 2019 als Elternzeitvertretung um die Sportjugend Rheinhessen. Dort ist sie Abteilungsleiterin und bestens in die Sportjugend-Strukturen in Rheinland-Pfalz eingebunden. Jetzt folgt der Wechsel in den „Erwachsenenverband“.

Bis auf das Thema IT übernimmt sie die Aufgaben ihres Vorgängers und wird ihren persönlichen Schwerpunkt besonders auf Marketing und Vereinsentwicklung legen. Zu ihren Themenfeldern gehören des weiteren Breiten- und Freizeitsport, Ehrungen und alles rund um die Kommunikation.

 

 

 

„Wir sind heute traurig und freudig zugleich“, berichtet Präsident Klaus Kuhn. „Sentimental und traurig, weil ein echter Freund und geschätzter Mitarbeiter uns verlässt. Joachim Friedsam ist ein sehr angenehmer und kluger Gesprächspartner und Mensch. Er wird uns fehlen.“ Gleichsam eröffne sich auch eine neue Zeitrechnung, so der der Primus inter pares. „Es gibt einige neue Themen zu beackern, da kommen neue Kräfte gerade richtig. Thorsten Richter hat in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass er strategisch-kluge Entscheidungen trifft und eine Organisation entwickeln kann. Unsere neue Abteilungsstruktur ist ein solches Beispiel, das Voranbringen der Digitalisierung unserer Prozesse und Programme ein weiteres.“ Der Umbruch der Geschäftsstelle spiegelt ähnliches wider. „Erfahrung geht, aber frische Ideen kommen“, so Kuhn. „Das belebt das Duo von Hauptamt und Ehrenamt, das zusammen Dienstleister für die rund 900 Vereine mit ihren etwa 275.000 Mitgliedern ist und bleiben wird.“

 



Zur Person: Joachim Friedsam wurde in Oberwesel geboren, nach dem Abitur folgte der Diplomstudiengang Leibeserziehung von 1976 bis 1980 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Diplomstudiengang Erziehungswissenschaften 1979 bis 1984, Berufsziel Diplom Sportlehrer und Diplompädagoge im Bereich der Sonderpädagogik.

Durch verschiedene Tätigkeiten beim Landessportbund und dem Bildungswerk Rheinland-Pfalz ging auch die Tür zum Sportbund Rheinhessen auf, bei dem er als Lehrgangsleiter und Referent arbeitete. 1986 nahm seine berufliche Karriere Fahrt auf: Er wurde hauptamtlicher Referent für Breiten- und Freizeitsport und Öffentlichkeitsarbeit beim Sportbund Rheinhessen. 1992 wurde Joachim Friedsam stellvertretender Geschäftsführer und im Jahr 2001 Geschäftsführer des Sportbundes Rheinhessen.

Er ist begeisterter Radsportler, war früher ein sehr guter Leichtathlet, Basketballer und Tischtennis-Spieler. Seine weiteren Leidenschaften sind lesen, erlesene Weine und eine ausgeprägte Liebe zu Frankreich.


Zur Person: Thorsten Richter wurde in Birkenfeld an der Nahe geboren, sein Elternhaus ist in Baumholder. Nach freier journalistischer Arbeit folgte der Umzug nach Mainz und das Abitur über den zweiten Bildungsweg am Ketteler-Kolleg und ein anschließendes Studium von Politik, Philosophie, Sport und Geschichte mit dem Magisterabschluss. Es folgte ein Volontariat bei der Verlagsgruppe Rhein-Main (VRM) und der dortigen AZ.

Nebenberuflich war er von 2000 bis 2013 beim 1. FSV Mainz 05 in verschiedenen Positionen, u.a. Co-Trainer der U17, Gründer des 05er-KidsClubs und rund zehn Jahre Sprecher des Nachwuchsleistungszentrums der 05er tätig.

2009 startete er hauptberuflich beim Sportbund Rheinhessen in der Öffentlichkeitsarbeit, unterbrochen durch eine zweijährige Projektmanagement-Arbeit bei der DFL in Frankfurt. In dieser Zeit saß er im ehrenamtlichen Präsidium des Dachverbandes in Rheinhessen.

Seit 2015 ist er als Hauptamtlicher zurück als stellvertretender Geschäftsführer.

Seine Hobbies sind Ballsportarten in allen Facetten, Fußball und Tischtennis im Besonderen. Darüber hinaus interessiert er sich für Schach, IT, Philosophie, liest gerne und engagiert sich im Themenfeld Inklusion.