Übungsleiter C-Lizenz März/April 2016 Seibersbach Druckversion

Übungsleiter C-Lizenz März/April 2016 Seibersbach
Gemeinsam haben wir uns zu diesem Seminar angemeldet. Als die Anmeldebestätigung mit allen Unterlagen, also auch dem Stundenplan, kam war unser erster Gedanke „Puh! Das wird anstrengend!“ Sagen wir mal, es wurde „sportlich“ – wörtlich und im übertragenen Sinne.

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Aber vorn vorne. Tag 1 war endlich gekommen und wir kamen problemlos im beschaulichen DOSB-Domizil in Seibersbach an. Problemlos aber auch nur, weil wir aus der Gegend sind und uns etwas auskannten . Ein paar wenige hatten den Weg ebenfalls schon gefunden, obwohl unsere Gruppenmitglieder aus vielen verschiedenen Orten kamen, sogar aus Heidelberg. Kurz drauf kam unser „Chef“ für die Dauer des Lehrganges angerauscht – Peter Sikora!

Begrüßt… wurden wir mit den Worten: „ Hallo! Da oben wo die Fenster sind müsst ihr hin. Das ist unser Raum. Wie ihr da hinkommt, euer Problem!“ Und schon war er durch die Tür verschwunden. Erster Gedanke: „ WOW!! NETTES Kerlchen, das wird ja spaßig.“ Es sei an dieser Stelle völlig ironiefrei erwähnt – wir hatten Spaß zusammen – und zwar jede Menge!

Den Weg nach oben haben wir nach Pfadfindermanier alle bravourös gemeistert. Als auch die letzten angekommen waren wurden die Zimmer verteilt. Wer die 1980er mag, wird es hier lieben. Retrowohnen in Seibersbach… Die Gepäckstücke wurden verstaut und wir stellten uns der Reihe nach vor. Eine buntgemischte Runde verschiedenen Alters, Geschlechts und sportlichen Interessen wie z.B. Basketball, Fußball, Volleyball, Badminton, Aerobic, Karate, Eiskunstlauf, Yoga oder Qi Gong. Nach jeder Menge Info, Organisation und Theorie ging es in die Halle zum Basketball. Hier war die Gruppe, wir kannten uns ja noch nicht, recht ruhig und konzentriert.

Am 2. Tag folgte eines der Highlights des Seminares. Parcours und Slackline. Ferdinand Geib und Nils Lennartz hatten bereits einen „kleinen“ Parcours für uns vorbereitet und sorgten dafür, dass uns am nächsten Tag jede Menge Muskeln schmerzten und unsere Beine blaue Verzierungen bekommen haben. Aber keine Sorge, es war grandios. Nachdem Matthias Dreher uns auf „künstlerische“ Weise Sportmedizin am Tag 2 und Tag 3 lehrte, durften wir mit Steffi Küchenmeister Hip Hop, Musical- und Linedance tanzen, um anschließend in die Trainingslehre und die Kooperativen Spiele mit Dr. Ute Siebertz einzusteigen.

Mittlerweile wurde die Atmosphäre innerhalb der Gruppe immer gelöster, lockerer und lustiger. Nicht allein deshalb, weil einige Abend für Abend nutzten, um bis weit nach Mitternacht zu quatschen, noch mehr Sport zu treiben und die Freizeit zu genießen. An Tag 4 durften wir im Krafttraining, Turnen, Volleyball und Leichtathletik glänzen. Fragen wie: „Wie hest nomma das wo mer übber die Stang hübbe muss?“ (Antwort: Stabhochsprung) wurden geklärt und an Tag 5 kam das 2. Highlight: SCHWIMMEN mit Peter in Rheinböllen. Wir versuchten uns im Delphinschwimmen, Brustschwimmen und einigen anderen Schwimmtechniken. Für mich (Steffi) die nach dem Erlernen des – naja, Kindergarten-Schwimmkurs-Schwimmens (mit Nase zuhalten beim Tauchen) keine Entwicklung in der Richtung zu verbuchen hat – eine besondere Herausforderung. Sagen wir, ich habe versucht das Becken nicht leer zu trinken und selbst nicht zu ertrinken. Schließlich war keine ertrunken und so konnte die Fahrt zurück nach Seibersbach angetreten werden, wo bereits Petra Bastian (die Chefin) mit jeder Menge Infos auf uns wartete. Am Abend durften wir uns in 2er Teams ein Thema auswählen, um im 2. Block unsere Lehrversuche zu starten.

Kurz nach Ostern trafen wir uns zum 2. Teil unseres Lehrgangs wieder. Mit wirklich großer Wiedersehensfreude (denn wir hatten uns so sehr aneinander gewöhnt) und total motiviert kamen wir wieder zusammen, um erneut Theorie und Praxis zu erlernen, in der Kletterhalle Kirchberg zu Klettern und Badminton zu spielen (oder es zumindest zu versuchen). Prof. Willi Petter bereicherte unseren Lehrgang, indem er mit uns interne und externe Ursachenforschung betrieb und uns nebenbei lernte die Wand hochzulaufen. Von weit her angereist brachte Christine Kätzel einige von uns – naja, eigentlich hauptsächlich die Jungs – mit funktioneller Gymnastik an ihre Grenzen. Für einen „runden“ Ausgleich sorgte Heiko Fleischmann mit der Balljonglage.

Bevor der zweite Block sich… fast schon wieder dem Ende neigte, wurden noch die Lehrversuche gehalten. Diese fanden unter Prüfungsbedingungen statt und forderten uns in den unterschiedlichsten Formen heraus. Es gab viele schöne Themen, bei denen wir uns gegenseitig unsere Sportarten näher bringen konnten. So waren wir einmal kleine Kinder, die ihrer Spielfreude freien Lauf lassen konnten, wurden dann „plötzlich“ Schwanger und befanden uns im Geburtsvorbereitungkurs, um daran anschließend an der Rückbildungsgymnastik teilnehmen zu können oder fühlten uns auf einmal ziemlich „alt“ und nahmen am Seniorensport teil. Für einen sehr anstrengenden, aber auch abwechslungsreichen Tag wurden wir am Abend belohnt, denn es wurde zum Sportlerball eingeladen. Frisch geduscht, in eleganter Abendrobe und passendem Schuhwerk (Turnschuhe – was sonst?) trafen wir uns zum „Sportlerball 2016“ und feierten mit leckerem Grillgut, lustigen Spielen, guter Musik und jeder Menge Spaß einen feuchtfröhlichen Abend.

Müde… und leicht verkatert sorgte Peter Städter am nächsten Morgen auf eindrucksvolle Weise für Recht und Ordnung, so dass wir anschließend nach erneut fünf intensiven Lehrgangstagen wohlverdient, aber natürlich versorgt mit unseren Prüfungsthemen, nach Hause durften.

DAS PRÜFUNGSWOCHENENDE….
Am Abend starteten wir mit einem gemeinsamen Abendessen, um frisch gestärkt den Kopf anzustrengen, denn die Theorieprüfung stand an. Kaputt und froh, Prüfungsteil 1 hinter uns zu haben, folgte an den anderen beiden Tagen die Praxis. Unsere Lehrproben, die wir zu Hause liebevoll ausgearbeitet hatten, wurden gehalten. Die Aufregung war groß, das Ergebnis grandios: 22 neue C-Lizenz-Besitzer konnten glücklich nach Hause reisen. Mit einem lachenden und weinenden Auge wurde Abschied genommen.

Es waren… intensive, tolle Tage. Wir konnten viel probieren, neues erfahren, viel über den Sport, aber auch über uns selbst lernen, unsere Grenzen testen und darüber hinaus wachsen, tolle Menschen treffen und Freunde finden. Trotz der Unterschiedlichkeit gab es nie Langweiligkeit (wird bestimmt bald im Duden zu finden sein) und wir waren eine sehr harmonische Gruppe. Jetzt sind wir alle Übungsleiter mit Lizenz und dürfen eigene Gruppen motivieren und fördern, so wie unsere Übungsleiter / Referenten es bei uns getan haben.
Vielen Dank für tolle Zeit!
Steffi und Manuela